Nach Streit mit Dieter Bohlen

Wendler steigt bei DSDS aus: Seine wirre Begründung sorgt für harte Konsequenzen!

Schlagersänger Michael Wendler schmeißt seinen Job als DSDS-Juror hin und begründet dies mit dem Versagen der Bundesregierung in der Corona-Krise: „schwere Verstöße gegen das Grundgesetz“.

Christian Schlüter
Christian Schlüter
3 Min
Michael Wendler wirft der Bundesregierung in der „angeblichen“ Corona-Krise „grobe und schwere Verstöße gegen das Grundgesetz“ vor.

Michael Wendler wirft der Bundesregierung in der „angeblichen“ Corona-Krise „grobe und schwere Verstöße gegen das Grundgesetz“ vor.

© imago images/Hardt/Future

Seine Stellungnahme hatte umgehend Folgen: Ein Werbepartner distanzierte sich wenig später. Komiker und Intimfeind Oliver Pocher präsentierte noch am Abend eine Sondersendung. In den sozialen Medien wird erregt diskutiert. Und RTL zeigte sich völlig überrascht von den Aussagen Wendlers „sowohl zum Ausstieg aus DSDS als auch von seinen Verschwörungstheorien … davon distanzieren wir uns ausdrücklich“. Was hatte der Mann nur gesagt? In der Instagram-Story, die nur 24 Stunden abrufbar ist, begründete Wendler seinen Entschluss in einer offenbar vorgelesenen Stellungnahme so: Er warf der Bundesregierung in der Corona-Krise „grobe und schwere Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz“ vor und beschuldigte die Fernsehsender – darunter RTL – „gleichgeschaltet“ und „politisch gesteuert“ zu sein.

Wie es nun weitergeht, ist unklar: Bislang waren Wendler und seine 30 Jahre jüngere Frau Laura dem TV-Publikum vor allem aus der eigenen Doku-Soap bekannt. Auch bei DSDS ist nun wieder ein Jury-Platz frei – neben Bohlen, Popsänger Mike Singer und Maite Kelly. Schon im vergangenen Jahr war einer der Plätze unerwartet frei geworden: Sänger Xavier Naidoo sah sich nach politischen Textzeilen in einem Video heftigen Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt – und verlor seinen Job bei RTL. Mit einiger Genugtuung äußerte sich Jury-Chef Bohlen via Instagram zu den Aussagen Wendlers und sprach von einem „Abend der Freude“. Alle seien schuld, nur ausnahmsweise er nicht, scherzte und schnodderte der Mann auf die ihm eigene Weise.

Wendlers Manager Markus Krampe berichtete in der RTL-Sendung „Pocher – gefährlich ehrlich“ den Tränen nahe von einem Telefonat mit seinem nunmehrigen Ex-Mandanten. „Das war auch für mich ein Schock“, sagte er, „aber es hat sich über einen längeren Zeitraum angedeutet.“ Schon in den vergangenen Wochen sei Wendler immer öfter mit immer deutlichen Aussagen zu Corona-Pandemie aufgefallen. So habe er etwa beim Dreh eines Werbespots für den Lebensmitteldiscounter Kaufland das Team mehrfach aufgefordert, die Masken abzunehmen, weil Corona eine große Lüge sei. Im Telefonat habe Wendler ihn dazu aufgefordert, seine Koffer zu packen und schnell nach Amerika zu kommen. Begründung: Deutschland sei dem Untergang geweiht, in Amerika hätte er vielleicht noch eine Chance.

Den Manager ließen die Aussagen ratlos zurück. Krampe äußerte schließlich Zweifel an dem geistigen Zustand des Sängers: „Für mich ist er krank … Ich will, dass er sich professionelle Hilfe sucht.“ Krampe äußerte außerdem die Vermutung, dass Wendler sich deswegen so sehr in seine Corona-Verschwörungstheorien hineingesteigert habe, weil er in immer engeren Kontakt zu Attila Hildmann stehe. Bevor er sein umstrittenes Instagram-Video veröffentlichte, soll er die ganze Nacht mit dem einschlägig bekannten Berliner Verschwörungsideologen telefoniert haben. So behauptet es Krampe.

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