Am Sonnabend war Giffey zusammen mit SPD-Fraktionschef Raed Saleh zur neuen Doppelspitze des Landesverbands gewählt worden. Die 42-Jährige hatte damals erklärt, sie sei bereit, die SPD auch in die Wahl zu führen. Giffey will Regierende Bürgermeisterin werden.
Giffey und Saleh neue SPD-Vorsitzende in Berlin
Bei dem Parteitag am Wochenende war der gesamte Landesvorstand neu gewählt geworden. Giffey kam bei der Wahl auf eine Zustimmung von rund 89 Prozent der gültigen Stimmen, Saleh auf rund 69 Prozent.
Als Landesvorsitzende hat die Familienministerin und frühere Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Michael Müller bereits abgelöst. Er hatte Anfang des Jahres erklärt, nicht mehr für den Posten zu kandidieren und will im Herbst 2021 für den Bundestag kandidieren.
Giffey gilt als Hoffnungsträgerin der Berliner SPD. Sie wolle in ihrer neuen Funktion „anpacken“, versprach sie am Wochenende vor den Parteitagsdelegierten. Allerdings belastet die Politikerin derzeit die Affäre um mögliche Plagiate in ihrer Doktorarbeit.
Der Giffey-Effekt ist kein Selbstläufer
Die Freie Universität Berlin (FU) erteilte ihr im Herbst 2019 wegen Mängeln in der Arbeit eine Rüge, entzog ihr aber nicht den Doktortitel. Nach breiter Kritik an diesem Vorgehen kündigte die FU jüngst eine erneute Prüfung an, die bis zum Ende der Vorlesungszeit des Wintersemesters abgeschlossen sein soll - also bis Ende Februar. Die Rüge für Giffey wurde zurückgezogen. Unter dem öffentlichen Druck hatte Giffey vor kurzem verkündet, auf ihren Doktortitel zu verzichten.
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