Lockerungen zum Test

Corona-Projekt in Tübingen: Boris Palmer erhält Morddrohungen

Seit dem 16. März sind in Tübingen Restaurantbesuche und Einkaufen mit negativem Corona-Test möglich. Es gibt aber auch erbitterte Gegner des Projekts.

Christian Gehrke Team News dpa/chg
2 Min
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Nicht alle finden sein Corona-Projekt gut.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne). Nicht alle finden sein Corona-Projekt gut.

© Imago/Ulmer

Insbesondere die Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag seien so verstanden worden, dass sie auch das Tübinger Modell infrage gestellt habe, sagte Palmer. Die Kanzlerin hatte sich in der ARD-Sendung „Anne Will“ kritisch gegenüber Öffnungsschritten gezeigt und angedeutet, dass notfalls der Bund tätig werden könnte, wenn die Länder nicht handelten. Mehrere Länder wollen derzeit Modellprojekte mit Lockerungen starten.

Partys am Abend in Tübingens Innenstadt ein Problem

Zum Tübinger Modell sagte Palmer zugleich, es gebe derzeit einen Anstieg der Fallzahlen. Den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung sagte Palmer, die Sieben-Tage-Inzidenz in Tübingen sei bis Sonntag auf 66,7 gestiegen. Am vergangenen Donnerstag hatte der Wert nach Angaben der Stadt noch bei 35 gelegen und hätte sich damit innerhalb weniger Tage fast verdoppelt. Ihm mache das keine Sorgen, sagte Palmer den Zeitungen. Der Anstieg gehe eher nicht aufs Einkaufen oder den Theaterbesuch zurück. Problematisch seien jene, die abends in der Stadt Party machten. Es sei aber jederzeit möglich, die Reißleine zu ziehen. „Das ist ein Experiment mit offenem Ausgang“, so Palmer.

Nächtliche Ausgangssperren für Palmer ein Thema

Inzwischen hat Tübingens Oberbürgermeister sich sogar für nächtliche Ausgangsbeschränkungen als weiteres Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgesprochen. „Ich hätte gar nichts dagegen zu sagen: Ab 20 Uhr ist wirklich Ruhe“, sagte Palmer am Sonntagabend in einer Online-Gesprächsrunde der Bild-Zeitung.

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Mit Blick auf das derzeit laufende Modellprojekt in Tübingen sagte er weiter, tagsüber könne geordnet in der Außengastronomie gesessen oder mit Maske eingekauft werden. „Und nachts sind alle daheim – warum nicht.“ In Tübingen habe er nämlich das Problem, dass häufig nach 20 Uhr große Gruppen auf innerstädtischen Wiesen Partys feierten. Da gebe es keinen Abstand, sondern Alkohol, sagte der Grünen-Politiker.

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