„Nichts wollte ich mehr, als dieser Republik als Kanzler zu dienen – und das werde ich nach diesem Wahlkampf nicht“, sagte Habeck. Für ihn sei das eine Niederlage. Sein Beitrag zum Erfolg werde sein, die „Entscheidung nach außen zu vertreten und daraus, obwohl sie für mich eine persönliche Niederlage ist, einen politischen Sieg zu machen“.
Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock: Ist sie Merkels Nachfolgerin?
Habeck stellt klar, dass er dennoch keinen Rückzug erwogen habe. Vielmehr strebe er nun ein Ministeramt an. „Wenn wir es gut machen, werde ich Teil der Bundesregierung sein“, sagte er. „Die Wirklichkeit zu gestalten ist für mich der Sinn von Politik. Das bedeutet für mich Verantwortung.“
Die Grünen hätten nun die Chance, das Kanzleramt zu erobern – „und das ist größer als das, was man sich persönlich zutraut oder will“, sagte er zu seinen eigenen Ambitionen. Er habe sein Ministeramt in Schleswig-Holstein aufgegeben, um die Partei dahin zu bringen, wo sie nun sei. „Aber ich werde diesen Kampf nicht von der Spitze aus führen, wie ich es wollte. Das ist der bittere Teil.“
Der Grünen-Vorsitzende beklagt, seine Erfahrung in der politischen Exekutive habe nach seinem Wechsel in die Bundespolitik keine Rolle mehr gespielt. „Ich wurde auf einmal über Äußerlichkeiten beschrieben und nicht über meine Leistungsbilanz und Erfahrung“, sagte er. „Das hat genervt und war irritierend. Bei Frauen würde man das sexistische Zuschreibungen nennen.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]