Kommentar

Berlin braucht nicht nur eine bessere Berufsberatung, sondern mehr Lehrstellen

Senat und Wirtschaft wollen mit einer gemeinsamen Kampagne Jugendlichen die Ausbildungsplatzsuche erleichtern. Das darf nicht alles sein.

Jochen Knoblach
Jochen Knoblach
2 Min
Start ins Berufsleben

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© Imago

Die Pandemie hat diese Lage nochmals verschärft. Viele Betriebe haben ihre Pläne für eine zwei- bis dreijährige Ausbildung gestoppt, weil sie nicht einmal wissen, ob sie die nächsten Monate überleben. Andere hätten gern ausgebildet, konnten aber nicht, weil die Unternehmen geschlossen bleiben mussten. In der Folge verschwanden in der Stadt nicht weniger als 2800 Ausbildungsplätze. Ein großer Teil derer, die im vergangenen Jahr die Schule verlassen haben, sind bis heute orientierungslos und in jedem Fall ohne Lehrstelle.

Immerhin hat Corona damit aber einen Alarm ausgelöst. Endlich haben sich Politik und Wirtschaft zu einem Netzwerk zusammengefunden und eine Kampagne gestartet. Jugendlichen soll bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz geholfen werden. Und endlich ist Berufsausbildung in Berlin auch Chefsache. Allerdings braucht Berlin nicht nur eine bessere Berufsberatung, sondern ganz eindeutig auch mehr Ausbildungsplätze. Denn in diesem Punkt gehört die Hauptstadt zu den zehn schlechtesten Regionen der Republik und rangiert in einer Liga etwa mit Recklinghausen und Eberswalde. Die Kampagne ist dafür bestenfalls ein Anfang.

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