Ich wehre mich auch gegen diese digitale Gewalt. Ich habe die Morddrohungen, die ich vergangenes Jahr erhalten habe, öffentlich gemacht. Außerdem habe ich schon insgesamt sieben Anzeigen erstattet – allerdings wurden alle eingestellt. Das ist bitter, aber nicht verwunderlich. Gewalt gegen Frauen wird auch oft im analogen Leben nicht von der Polizei verfolgt. Warum sollte dann im Netz reagiert werden?
Zur Person
Die Gewalt gegen Frauen ist nicht nur im digitalen Raum ein Problem. Auch im realen Leben herrschen Gewaltstrukturen, das vergessen wir leider zu oft. Solange wir Gewalt gegen Frauen im Alltag spüren, wird sie auch im digitalen Raum ausgeprägt sein. Und die Gewalttäter sind sowohl im Netz als auch im Alltag Männer. Warum ist das so? Wie können wir es schaffen, dass der Mann aus diesem Gewaltkonstrukt herauskommt?
Digitale Gewalt
Was besonders wichtig ist: Wir müssen uns endlich damit beschäftigen, wo wir die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Gewalt ziehen. Wenn jemand sagt „Ich hasse dich aufgrund deiner Herkunft und ich will, dass du stirbst“, dann ist das keine Meinung. Das muss strafrechtlich verfolgt werden. Dafür haben wir das Strafgesetzbuch. Wenn Menschen solche Nachrichten schreiben, muss das geahndet und bestraft werden. Aber das passiert zur Zeit noch zu selten oder eben gar nicht.
Aufgezeichnet von Elena Matera
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