Das kann man falsch und unangemessen finden. Natürlich kann man auch kritisieren, dass eine kleine Gewerkschaft einem Verkehrsträger schadet, dem im Zeichen der Erderhitzung eine immer größere Bedeutung zukommt. Ebenfalls stimmt, dass die GDL die Steuerzahler als Geisel nimmt, denn sie werden für die immer größer werdenden Finanznöte der bundeseigenen Bahn einstehen müssen. Egal, ob sie (wie die meisten Bundesbürger) nie oder fast nie Zug fahren – oder Stammfahrgäste sind.
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In die Enge getrieben
Doch manche Krokodilstränen wirken dann doch etwas merkwürdig. Denn eines kann man nicht feststellen: dass ein solcher Streik nicht zu erwarten gewesen wäre. Seitdem es das Tarifeinheitsgesetz gibt, das die GDL, Cockpit, den Marburger Bund und andere Organisationen dieser Art entmachten soll, war absehbar, dass es irgendwann richtig Ärger geben wird.
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Das 2015 mit Billigung der Arbeitgeberverbände und des DGB verabschiedete Gesetz hat Sparten- und Berufsgewerkschaften mit der Existenzfrage konfrontiert. Wer GDL-Chef Claus Weselsky kennt, der weiß, dass er darauf reagieren muss – mit einem radikalen Marketing der Tat, das darauf zielt, der Konkurrenzgewerkschaft EVG Mitglieder abzuluchsen. Nun kommt es zum Konflikt, immerhin erst nachdem Bahn und GDL mehrere Monate lang miteinander gesprochen haben. So unangenehm und schädlich dieser Streik auch sein mag: Es ist ein Arbeitskampf mit Ansage.
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