Auch in vielen anderen Bundesländern gab es ähnliche Proteste. In Sachsen dürfte die Zahl der Teilnehmer nach Behördenangaben ebenfalls in die Zehntausende gehen. Bei teils unangemeldeten Protesten in den Landkreisen Görlitz und Bautzen mit insgesamt rund 5500 Teilnehmern wurden nach Angaben der Polizei 37 Straftaten und 140 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen. In Lichtenstein im Landkreis Zwickau wurden insgesamt 14 Beamte verletzt. „Eine Person versuchte, einem Beamten die Dienstwaffe zu entreißen und ein Polizist erlitt eine Bissverletzung durch einen Teilnehmer der Versammlung“, teilte die Polizei mit.
Berlin: Corona-Proteste in der ganzen Stadt
17.000 Demonstranten in Thüringen, 12.000 in Meck-Pomm
In Thüringen waren laut Polizei rund 17.000 Menschen unterwegs. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich rund 12.000 Menschen in mehr als 20 Städten an angemeldeten „Lichterspaziergängen“, Kundgebungen sowie nicht angemeldeten Schweigemärschen. In bayerischen Städten und Gemeinden versammelten sich etwa 10.000 Menschen. Dabei blieb es größtenteils friedlich. Auch gab es zahlreiche Aufzüge von Gegendemonstranten, die in Städten wie Trier und Rostock Position bezogen.
In Berlin demonstrierten nach Senatsangaben 3000 Menschen bei einer ganzen Reihe von Kundgebungen gegen die Corona-Politik. Das sagte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) am Dienstag mit Bezug auf die Senatsinnenverwaltung. In Berlin begann der größte Demonstrationszug laut Polizei mit knapp 400 Menschen am Alexanderplatz und zog über die Straße Unter den Linden. Dabei wurde vor dem ZDF-Hauptstadtstudio eine Kundgebung abgehalten und es wurden Parolen wie „Lügenpresse“ gerufen.
Wie aus dem Nichts: Zahllose Corona-Demos in ganz Deutschland
Ausschreitungen in Sachsen-Anhalt und Hessen
In Sachsen-Anhalt und Hessen kam es bei Protesten gegen die staatlichen Beschränkungen ebenfalls zu Ausschreitungen. Die Polizeiinspektion in Magdeburg berichtete von durchbrochenen Polizeiketten, Flaschenwürfen auf Beamte und Pyrotechnik. Nach ersten Erkenntnissen wurden aber keine Polizisten verletzt. In der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt hatten sich laut Polizei etwa 2500 Menschen versammelt. Die Versammlung sei wie die meisten im Gebiet der Polizeiinspektion nicht angezeigt gewesen.
In Nürnberg demonstrierten rund 4200 Menschen gegen die Corona-Politik – deutlich mehr als erwartet. Zwischenfälle gab es nicht. In Bamberg trafen sich laut Polizei rund 2150 Menschen zu einem angemeldeten „Spaziergang“. Viele Städte hatten nicht ortsfeste Kundgebungen verboten und den Teilnehmern unangemeldeter Demonstrationen Bußgelder angedroht.
Harte Bandagen um Corona-Protest: „Es bleibt uns nur die Straße“
Rostock, Schwerin, Cottbus: Überall Corona-Proteste
In Mecklenburg Vorpommern kamen etwa 3000 Menschen weniger als vor einer Woche zusammen. Vereinzelt kam es zu Gegenkundgebungen - nennenswerte Zwischenfälle gab es laut Polizei nach ersten Erkenntnissen nicht. In Rostock registrierten die Sicherheitskräfte rund 4000 Protestierende, in Schwerin zogen rund 2000 Menschen durch die Stadt, in Neubrandenburg rund 1800.
Auch in Brandenburg gingen die Proteste von Kritikern der Corona-Maßnahmen und Impfgegnern im neuen Jahr landesweit weiter. Der RBB berichtet von hunderten Teilnehmern – allein in Cottbus seien es 1200 gewesen. Vielerorts waren Gegenaktionen angekündigt. So hatte in der Landeshauptstadt am Montag das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ dazu aufgerufen, den Gegnern der Corona-Maßnahmen nicht die Stadt zu überlassen.
Corona-Demos in Brandenburg, Bürgermeister bei Gegen-Demo
Fulda: Polizei setzt Pfefferspray ein, Versammlung aufgelöst
Die Polizei im hessischen Fulda löste eine Versammlung auf. Dabei habe ein Teilnehmer die Einsatzkräfte angegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten hätten Pfefferspray eingesetzt, die Person sei festgenommen worden. Die Versammlung wurde laut Polizei aufgelöst, da keine Masken getragen und keine Abstände eingehalten wurden.
Die Polizeiinspektion in Nienburg und Schaumburg in Niedersachsen meldete insgesamt 1000 Demonstranten, die sich auf die beiden Landkreise verteilten. In weiteren Städten des Bundeslandes wie in Braunschweig zählte die Polizei rund 1100 Menschen auf den Straßen. Nach Angaben der Polizei kam es in Braunschweig neben Beleidigungen auch zu Angriffen auf Beamte durch einzelne Teilnehmer. Die Angreifer seien in Gewahrsam genommen worden.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]