Corona

Herzprobleme, Luftnot, Angst: Was Long Covid anrichten kann

Patienten werden oft Monate nach einer Corona-Infektion von Long Covid aus dem Berufsleben gerissen. In der Reha zeigt sich dann die Bandbreite der Beschwerden.

Team News Mike Wilms dpa/mow
2 Min
In der Reha: Ein Patient trainiert an einem Laufband, um seine Ausdauer nach einer Corona-Infektion zu stärken (Symbolbild).

In der Reha: Ein Patient trainiert an einem Laufband, um seine Ausdauer nach einer Corona-Infektion zu stärken (Symbolbild).

© dpa/Sina Schuldt

„Wir merken verstärkt, dass die Menschen nicht nur aktuell an Covid-19 erkranken, sondern viele später das Post- oder Long-Covid-Syndrom entwickeln“, sagte Roßbach. „Viele Patientinnen und Patienten müssen erst realisieren, dass es sich um Long Covid handelt.“

Studie: Long Covid trifft 40 Prozent der Infizierten

Nach einer im Dezember veröffentlichten Studie der Mainzer Universitätsmedizin haben rund 40 Prozent der Corona-Infizierten mehr als ein halbes Jahr später noch Symptome, also Long Covid. Long Covid trifft demnach auch Infizierte mit milden oder asymptomatischen Verläufen.

Roßbach sagte: „Die Beschwerden sind unspezifisch – darunter Herzprobleme, Konzentrationsprobleme, Luftnot, Angststörungen, Depression oder chronische Müdigkeit.“ Manche Betroffene seien aus ihrem Berufsleben herausgerissen. Manche könnten sich teils Monate nach der eigentlichen Erkrankung nicht mehr konzentrieren und zum Beispiel Texte nicht mehr verstehen.

Expertin: Fundierte Erfahrungswerte fehlen noch

Je nach Symptom kämen Reha-Kliniken etwa speziell für Kardiologie, Neurologie oder Psychosomatik infrage. „Vielfach betreten wir hier Neuland, weil fundierte Erfahrungswerte bislang fehlen“, sagte Roßbach. „Aber wir helfen bei der Erforschung mit, und wir merken, dass die Rehabilitation der Rentenversicherung mit all ihren Instrumenten den Menschen bei Long Covid hilft.“

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Nach rund 10.000 Fällen im vergangenen Jahr erwartet Roßbach einen weiter steigenden Anteil. Angesichts von fast einer Million Reha-Leistungen im Jahr handele es sich aber nicht um eine beunruhigende Größenordnung. Wenn die Krankheit bei Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft als Berufskrankheit anerkannt sei, könnten auch dort Kapazitäten genutzt werden.

Rentenversicherung unterstützt Kliniken mit vielen Millionen Euro 

Roßbach berichtete, dass die Rentenversicherung derzeit auch private Reha-Kliniken mit mehreren hundert Millionen Euro im Jahr unterstützt. „Dadurch können wir die Reha-Landschaft in der Corona-Zeit stabilisieren und konsolidieren.“ Die Unterstützung laufe nach aktuellem Stand bis März.

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