Mehrere Politiker haben sich dafür ausgesprochen, dass Straßen vor Botschaften autoritärer Staaten nach politischen Gefangenen benannt werden. Darunter waren hochrangige Personen, auch Bundestagsabgeordnete aus der Koalition und der Union. Entsprechend äußerten sich der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Michael Roth (SPD), sowie Anton Hofreiter (Grüne), Renata Alt (FDP) und Roderich Kiesewetter (CDU) beim Nachrichtenportal The Pioneer.
„Die Zahl politischer Gefangener hat weltweit deutlich zugenommen. Ihr Schicksal und das ihrer Angehörigen verdient viel mehr öffentliche Aufmerksamkeit“, erklärte Roth. Hofreiter sagte, das Ziel autokratischer Regime sei es, ihre Gegner mundtot zu machen. Mit einer Umbenennung der Plätze könnten sie mehr Sichtbarkeit bekommen.
Kiesewetter forderte darüber hinaus, den Platz vor der russischen Botschaft in Berlin nach dem ukrainischen Präsidenten in Wolodymyr-Selenskyj-Platz umzubenennen.
In Prag schon Realität: Straße an russischer Botschaft umbenannt
Im Nachbarland Tschechien wurde eine Straße an der russischen Botschaft in Prag bereits umbenannt. Im vergangenen Jahr berichteten Medien wie Landesecho.cz, dass ein Abschnitt der Korunovační-Straße in „Straße der ukrainischen Helden“ umbenannt wird. Ist dies geschehen, ändert sich ebenfalls die offizielle Anschrift der dortigen russischen Botschaft.
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Auch in der Umgebung gab es den Angaben zufolge einen Namenswechsel. Eine Eisenbahnbrücke wurde nach Vitali Skakun, einem ukrainischen Soldaten, der kurz nach Ausbruchs des russischen Angriffskriegs getötet worden war, benannt. Die Politik stimmte dem Antrag zu, von den Bürgern kamen dazu offiziell keine Beschwerden.
Mit der aktuellen Forderung schließen sich die deutschen Abgeordneten The Pioneer zufolge einer Petition der Axel Springer Freedom Foundation an.
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