Weil Kundinnen und Kunden sich über zerfledderte Papierstrohhalme beschwert haben sollen, will der Hersteller des Kultgetränks Capri-Sun Plastikhalme wieder einführen. Das Unternehmen Capri-Sun kündigte laut einem Bericht der Schweizer Sonntagszeitung an, die „Plastikröhrlis“ in dem EU-Drittstaat zurückbringen zu wollen. Auch für das Comeback des Plastikstrohhalms in der Europäischen Union gebe es Pläne.
Seit Juli 2021 dürfen Trinkhalme aus Plastik EU-weit nicht mehr verkauft werden. Hintergrund ist die im Jahr 2019 beschlossene EU-Einwegplastik-Richtlinie, die zur Verringerung von Plastikmüll beitragen soll. Doch insbesondere Capri-Sun ist die Richtlinie ein Dorn im Auge. Der Papierhalm lasse sich schlecht in das Getränk stecken, weiche im Mund auf und verändere so den Geschmack. „Dies ärgert viele Kunden“, sagte Capri-Sun-Chef Roland Weening gegenüber dem Blatt. Auch weil der Konkurrent in der Schweiz für einen Bruchteil des Preises die Beutel mit Plastikstrohhalm anbietet, sieht Weening das Geschäft besonders in der Schweiz in Gefahr.
Doch auch in der EU wolle er gegen das Plastikverbot angehen. Weening will demnach bei der EU-Kommission darauf hinwirken, dass sie für Capri-Sun eine Ausnahme macht. „Das Plastikröhrli-Verbot ist zwar gut gemeint, doch in unserem Fall macht es überhaupt keinen Sinn.“ Auch der Beutel, in dem der Saft kommt, sei nicht biologisch abbaubar. Capri-Sun plane derzeit, die Aluverpackungen durch Trinkbeutel aus Polypropylen (PP) zu ersetzen, das sich besser recyclen lasse. „Die künftige Lösung soll es ermöglichen, die Verpackung samt Röhrchen am gleichen Ort zu entsorgen“, sagt Weening.
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