Finanz-Apps

Finanz-Apps: Diese Programme helfen beim Anlegen und Steuern sparen

Für Sparmuffel gibt es keine Ausreden mehr: Es gibt Apps, mit denen Nutzer quasi nebenbei sparen. Selbst die Steuererklärung kann man mit dem Handy erstellen.

Theresa Dräbing
Theresa Dräbing
5 Min
Dreimal tippen bis zum ETF-Sparplan: Fast alle Finanzangelegenheiten lassen sich mittlerweile auf dem Handy organisieren.

Dreimal tippen bis zum ETF-Sparplan: Fast alle Finanzangelegenheiten lassen sich mittlerweile auf dem Handy organisieren.

© dpa

Ausgaben mühsam per Hand auflisten – das war einmal. Es gibt zahlreiche Apps für das Smartphone, die helfen, die Finanzen zu organisieren. Sei es, mehrere Konten an einem Ort zu versammeln für einen besseren Überblick oder einen leisen Hinweis zu bekommen, wenn man dem Freund vom letzten Restaurantbesuch noch Geld schuldet. Auch die Steuererklärung oder der ETF-Sparplan lassen sich mittlerweile leicht auf dem Smartphone erstellen.

Für einen besseren Überblick: Ein Girokonto bei der Hausbank, ein Tagesgeldkonto bei der Direktbank und ein Depot fürs ETF-Sparen bei einem Online-Broker: Wer mehr als ein Konto hat und dann noch bei unterschiedlichen Banken, kann schnell den Überblick verlieren. Um diesen wiederzuerlangen, gibt es Multibanking-Apps. Darin können alle Bankverbindungen zusammengeführt werden. Anschließend können über die App Kontostände abgefragt, Überweisungen getätigt oder Daueraufträge abgeschlossen werden. Einige Anbieter, wie die GLS-Bank, haben auch Funktionen wie die Fotoüberweisung integriert. Wenn Nutzer eine Rechnung abfotografieren, werden Eingabefelder wie Empfänger, Überweisungsbetrag und Verwendungszweck automatisch übernommen.

Multibanking-Apps gibt es von Banken selbst oder von Start-ups ohne Banklizenz. Laut einer Auswertung von Stiftung Warentest sind die kostenlosen Apps der Sparkassen und von Finanzblick am besten.

Sehen, wohin das Geld fließt

Die Finanzen optimieren: Noch mehr optimieren lässt sich mit Apps wie Finanzguru oder Outbank. Bei den Anbietern können nicht nur Bankkonten, sondern auch Verträge wie vom Handy- oder Stromanbieter integriert werden. Außerdem machen die Apps Vorschläge, wie die Finanzen verbessert werden können. Dafür werden Einnahmen und Ausgaben analysiert und Spartipps gegeben. Anhand von Diagrammen können Nutzer sehen, wohin das ganze Geld fließt. Verträge lassen sich direkt aus der App heraus kündigen oder neu abschließen.

Die App von Finanzguru ist in der Basisversion kostenfrei, für mehr Funktionen müssen Nutzer zahlen. Finanzguru finanziert sich außerdem über Provisionen bei Vertragsabschlüssen, die über die App getätigt werden. Outbank ist seit wenigen Monaten kostenpflichtig, nur noch wenige Funktionen lassen sich gratis ausführen.

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Hilfe bei der Steuer: Die App Finanzblick zählt ebenso zu den Multibanking-Apps und bietet darüber hinaus Hilfe für die Steuererklärung. Das Programm listet aus dem Nutzerkonto alle für die Steuer relevanten Einnahmen und Ausgaben auf. Das mühsame Zusammensuchen der Unterlagen entfällt. Wer seine Steuererklärung gleich direkt auf dem Smartphone machen möchte, kann Taxfix nutzen. Die App führt Nutzer anhand von einfachen Fragen durch die Steuererklärung und schickt die Dokumente digital ans Finanzamt. Das kann ein Ansporn sein für Steuerzahler, die nicht verpflichtet sind eine Steuererklärung abzugeben. Denn wenn sie es tun, warten im Schnitt 1000 Euro Rückzahlung.

Rechnungssumme aufrunden und in Fonds investieren

Einfach nebenbei sparen: Sich aktiv fürs Sparen zu motivieren fällt häufig schwer. Einige Apps helfen dabei, einfach nebenbei zu sparen. Und zwar mittels sogenanntem Wechselgeldsparen. Dabei wird jedes Mal, wenn der Kontoinhaber mit seiner Girocard oder Kreditkarte an der Supermarktkasse oder im Onlineshop seinen Einkauf bezahlt, die Rechnungssumme aufgerundet. Der Nutzer kann in der Regel entscheiden, ob auf einen Euro oder auf fünf Euro. Auch gibt es verschiedene Varianten, was danach mit dem gesparten Geld passiert. Kunden der Direktbank ING können wählen, ob das gesparte Wechselgeld auf dem Tagesgeldkonto landet oder für gute Zwecke gespendet wird. Die Comdirect hat ihr sogenanntes „Bonus-Sparen“ mit einem Fondssparprodukt verknüpft. Das gesammelte Geld wird jedes Mal, wenn zehn Euro erreicht sind, automatisch in einem Indexfonds angelegt. Neben Banken finden sich auch hier private Anbieter am Markt. Dazu zählt Peaks. Auch hier fließt das gesparte Kleingeld in Indexfonds. Allerdings fallen dafür Kosten an. 99 Cent pro Monat sowie 0,5 Prozent auf den Durchschnittswert der Investitionen im Jahr. Wenn nur kleine Centbeträge gespart werden, fallen die Kosten im Vergleich dazu relativ hoch aus.

Wertpapiere handeln via Smartphone: Trading-Apps wie Trade Republic oder Scalable Capital haben insbesondere in den vergangen zwei Jahren einen Nutzerzuwachs verzeichnet. Über die Apps lassen sich Aktien und ETF einfach via Smartphone kaufen und wieder verkaufen. Das Besondere an den Smartphone-Brokern: Sie werben damit, kostenlos zu sein – im Gegensatz zu etablierten Finanzinstituten, bei denen regelmäßig Depotgebühren oder Orderprovisionen anfallen. Der Einstieg, beispielsweise auch in einen ETF-Sparplan wird so erleichtert. Ein Vorteil ist laut der Stiftung Warentest außerdem, dass ein Einstieg schon mit geringen Summen möglich ist. Laut Kritikern besteht die Gefahr, ins Zocken zu verfallen, eben weil es so einfach funktioniert. Außerdem warnt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite, dass es sich häufig nur um vermeintliche Gratisangebote handelt: „Am Ende kostet Sie jede Transaktion etwas, wenn auch indirekt, denn die Broker werden letztlich von beteiligten Dienstleistern in Form von Provisionen bezahlt.“

Gemeinsame Ausgaben abrechnen: Es ist typisch deutsch, die Rechnung im Restaurant getrennt zu zahlen und die eigenen Posten mühsam auseinanderzudividieren. Um gemeinsam bezahlte Rechnungen hinterher aufzugliedern, gibt es Extra-Apps. Smartphone-Programme wie Splitwise oder Splittr helfen dabei, Rechnungen auf mehrere Personen aufzuteilen, zeigen an, wer wem wie viel schuldet, und verschicken Erinnerungen, wenn die Schulden nicht beglichen werden. Solche Apps können sich etwa auch für WGs eignen oder auf gemeinsamen Reisen. Bei Splitwise ist eine Registrierung nötig, bei Splittr nicht. Auch die Funktionen unterscheiden sich leicht.

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