Bundestagswahl

Berliner Forscher: Menschen mit Migrationshintergrund tendieren eher nach links

Wähler mit Migrationsgeschichte fühlen sich eher dem Mitte-Links-Spektrum hingezogen. Das fanden jetzt Wissenschaftler raus.

Team News BLZ/dpa
2 Min
Am 23. Februar steht mit der Bundestagswahl der nächste große Urnengang an.

Am 23. Februar steht mit der Bundestagswahl der nächste große Urnengang an.

© Arne Dedert/dpa

Wähler mit Migrationshintergrund setzen ihr Kreuz eher bei Parteien aus dem Mitte-Links-Spektrum. Lediglich bei Zuwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion und ihren Nachkommen haben CDU und CSU einen relativ guten Stand, wie eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (Dezim) in Berlin zeigt.

Was die Forscher außerdem herausgefunden haben: Die Sorgen der Wahlberechtigten ähneln sich. Die schwächelnde deutsche Wirtschaft und die Inflation sind für Deutsche mit und ohne Einwanderungsgeschichte derzeit Problemfeld Nummer eins.

Davor haben Menschen mit Migrationshintergrund besonders Angst

Die Daten zeigen zudem, dass Menschen mit Migrationshintergrund besonders häufig befürchten, Opfer einer Straftat zu werden. Dabei spielen nach Einschätzung der Autoren auch die materiellen Lebensumstände eine Rolle: „Prekäre wirtschaftliche Umgebungen und mangelnder Wohnraum sind oft mit einer höheren Kriminalitätsrate verbunden“, heißt es in der Studie.

Die Forscher hatten für ihre Untersuchung nicht gefragt, wen die Teilnehmer der Umfrage wählen würden, wenn schon am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, sondern, welche Partei sie für wählbar halten. Demnach hat die SPD mit 74 Prozent insgesamt das größte Wählerpotenzial, gefolgt von CDU und CSU, Grünen und FDP.

Schaut man allerdings auf die verschiedenen Gruppen, zeigen sich Unterschiede. Beispielsweise gibt es bei Wählern, die Wurzeln in Nicht-EU-Staaten haben, weniger Zustimmung für die Grünen als unter Menschen ohne Migrationshintergrund.

Die Linke und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) haben in allen von den Wissenschaftlern betrachteten Gruppen mit ausländischer Herkunft mehr Wählerpotenzial als unter Wählerinnen und Wählern ohne Einwanderungsgeschichte. Mit einer Ausnahme: Menschen mit Wurzeln in Russland oder anderen Gebieten der Ex-Sowjetunion haben etwas weniger Vertrauen in die Partei Die Linke. Als Mensch mit Migrationshintergrund im Sinne der Studie gelten Menschen, die einen Elternteil haben, der ohne deutsche Staatsangehörigkeit geboren wurde.

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