Fast die Hälfte der Kanadier spricht sich für einen Beitritt ihres Landes zur Europäischen Union aus. Das geht aus einer neuen Umfrage hervor, die durchgeführt wurde, bevor Donald Trumps Zölle auf den Nachbarstaat der USA in Kraft traten.
Laut der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Abacus befürworten 46 Prozent der Kanadier den Beitritt ihres Landes zur EU. 29 Prozent der Befragten sind dagegen, ein Viertel ist unentschlossen. Was die Vorstellung des US-Präsidenten angeht, Kanada zum 51. Staat seines Landes zu machen, sagten nur zehn Prozent, dass sie dafür wären.
Die Ergebnisse der Umfrage „zeigen die Attraktivität der EU. Sie zeigen die Wertschätzung eines sehr großen Teils der kanadischen Bürger für die EU, für ihre Werte“, sagte die Sprecherin der EU-Kommission, Paula Pinho am Mittwoch. Sie schloss zwar nicht direkt aus, dass Kanada für eine EU-Mitgliedschaft infrage kommen könnte, sagte aber, es gebe „in der Tat Kriterien, die in den Verträgen vorgesehen sind, die vorsehen, was für einen Antrag bzw. für einen Beitritt notwendig ist.“
Die Umfrage wurde zwischen dem 20. und 25. Februar unter 1500 kanadischen Erwachsenen durchgeführt, also mehrere Wochen vor der Einführung von Trumps Zöllen. In der Nacht zu Mittwoch waren US-Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumprodukte aus dem Ausland in Höhe von 25 Prozent in Kraft getreten. Kanada kündigte daraufhin Gegenzölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Güter an.
Trump hatte gegen Kanada am Dienstag Stahlzölle in Höhe von 50 Prozent angekündigt, dies dann später aber wieder zurückgenommen. Auch die am Mittwoch in Kraft getretenen 25 Prozent dürften die Wirtschaft des Landes jedoch empfindlich treffen. Die Stahlzölle sind die ersten, von denen auch die Europäische Union in Trumps zweiter Amtszeit direkt betroffen ist.
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Carney übernimmt am Freitag Amt als neuer kanadischer Premierminister
Am Freitag übernimmt Mark Carney das Amt des Premierministers von Justin Trudeau. Carney war am Sonntag von der regierenden Liberalen Partei Kanadas zum Nachfolger von Trudeau als Parteichef und damit später auch als Premierminister gewählt worden. Der 59-jährige frühere Zentralbankchef und Politik-Neuling übernimmt das Amt als neuer kanadischer Regierungschef inmitten massiver Auseinandersetzungen mit den USA.
In seinem Wahlkampf um den Parteivorsitz hatte Carney versprochen, die „Wirtschaft wieder auf Kurs“ zu bringen und insbesondere Trump die Stirn zu bieten. Am Mittwoch hatte er Gesprächsbereitschaft mit dem US-Präsidenten geäußert. Voraussetzung hierfür sei, „dass die kanadische Souveränität respektiert wird und wir an einem gemeinsamen Ansatz arbeiten“, sagte er. Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach den Wunsch geäußert, Kanada solle der 51. Bundesstaat der USA werden.
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