Ukraine-Krieg

Bundesregierung bleibt vage beim Zeitpunkt von Waffenlieferungen

Die verspäteten deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine sorgen für Kontroverse. Kiew machte zuletzt immer wieder Druck. Doch Berlin bleibt angesichts der Zeitpläne zurückhaltend.

Team News Kathrin Merz dpa/kme
2 Min
Ein Flakpanzer vom Typ Gepard

Ein Flakpanzer vom Typ Gepard

© dpa/Maurizio Gambarini

Aus organisatorischen Gründen und wegen Sicherheitsfragen sei es heikel, über Zeitpläne zu sprechen, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Freitag in Berlin. Die Bundesregierung habe die Lieferung schwerer Waffen zugesagt, betonte er. „Da laufen jetzt die Vorbereitungen auf Hochtouren, dass das gehen kann. Aber sowas passiert nicht von heute auf morgen.“

Ukrainische Soldaten werden in Deutschland an Waffen ausgebildet

Hebestreit erinnerte an die geplante Lieferung etwa von Flugabwehrpanzern Gepard, der Panzerhaubitze 2000, des Flugabwehrsystems Iris-T und des Mehrfachraketenwerfer Mars. Er verstehe zwar die Ungeduld, aber diese Fragen müssten geklärt und sehr gründlich geprüft werden, „bevor man eine Aussage trifft, die man dann womöglich nicht halten kann“.

Ukrainische Soldaten würden derzeit in Deutschland an Waffen wie der Panzerhaubitze 2000 ausgebildet, sagte Hebestreit. „Insofern ist es sinnvoll, dass auch die Waffen, an denen sie ausgebildet werden, in Deutschland sind.“

Kritik vom ukrainischen Botschafter Melnyk

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte zuvor im Tagesspiegel kritisiert, es gebe bisher keinerlei Klarheit, wann die Mehrfachraketenwerfer Mars aus Beständen der Bundeswehr übergeben würden. „Wir erwarten, dass die Ampel dieses Versprechen zügig erfüllt, weil unsere Truppen dieses Waffensystem am dringlichsten brauchen, um die ukrainische Zivilbevölkerung vor barbarischen Angriffen Russlands zu schützen.“ Zudem reiche eine Einheit des Luftabwehrsystems Iris-T nicht. Die Ukraine brauche mittelfristig mindestens zehn weitere solche Systeme samt Munition, um ihre Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

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Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Anfang Juni im Bundestag die Iris-T-Lieferung sowie die eines Ortungsradars angekündigt, mit dem Artilleriestellungen aufgespürt werden sollen. Deutschland will zudem vier Mehrfachraketenwerfer aus Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern.

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