Wetter

25 Liter in einer Stunde: Am Sonntag knallt es über Berlin

Wetter Berlin und Brandenburg: 33 Grad, dann Unwettergefahr am Sonntag. Ab dem 15. August erwarten Meteorologen Tiefdruck, Regen und kühlere Werte.

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Am Sonntag kann es über Berlin und Brandenburg krachen – mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Am Sonntag kann es über Berlin und Brandenburg krachen – mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

© Alexander Wolf/imago

Es sieht so aus, als würde am Sonntagnachmittag der erste nennenswerte Regen dieses Monats über Berlin fallen. Auf einen Schlag.

Der Deutsche Wetterdienst kündigt ab Mittag von Westen her Gewitter an: örtlich Starkregen bis zu 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Sturmböen um 70 Kilometer pro Stunde, dazu Hagel. Lokal eng begrenzt sind sogar rund 35 Liter drin, dann spricht der Wetterdienst von Unwetter.

Zum Vergleich: In ganz Deutschland sind im August bisher 8,7 Liter zusammengekommen. Ein Gewitter kann in einer Stunde also das Dreifache dessen abladen, was der Monat in einer Woche geschafft hat.

Dem Boden hilft das nur leider wenig. Ausgetrocknete Sandböden nehmen so eine Menge nicht auf, das Wasser läuft ab und steht anschließend im Keller.

Wetter am Wochenende: Samstag Freibad, Sonntag Deckung

Der Samstag ist noch der freundliche Teil des Wochenendes: heiter bis wolkig, trocken, 25 bis 28 Grad, kaum Wind.

Am Sonntag legt die Region dann nach. Zwischen hohem Luftdruck über Osteuropa und einem Tief über den Britischen Inseln strömt heiße und zunehmend feuchte Luft heran, die Höchstwerte klettern auf rund 31 bis 33 Grad.

Genau diese Feuchte ist der Treibstoff für den Nachmittag. Wer sonntags grillen wollte, sollte den Wetterbericht im Blick behalten.

In der Nacht zum Montag ziehen die Gewitter langsam nach Osten ab, es kühlt auf 17 bis 13 Grad herunter. Am Montag bleibt es dann weitgehend trocken bei 22 bis 24 Grad, am Dienstag klettert das Thermometer wieder auf 24 bis 26 Grad.

Wetterumschwung ab 15. August: 75 Prozent für mehr Regen

Das ist allerdings nur das Vorspiel. Der eigentliche Bruch wird für die Monatsmitte erwartet, wenn sich Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa festsetzen.

Meteorologe Jan Schenk vom Sender The Weather Channel beziffert die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich viel Regen in der zweiten Augusthälfte auf 75 Prozent. Ob der Sommer damit vorbei sei, wurde er gefragt. Seine Antwort im Nachrichtenportal Focus online: „Ja, zumindest was den August angeht.“

Statt 30 Grad und mehr erwartet er vielerorts Werte unter 25 Grad, regional sogar unter 20. Die Rechenmodelle stützen das: Bis zum 17. August liegen die Temperaturen acht bis zwölf Grad über dem langjährigen Mittel, danach schrumpft der Vorsprung auf ein bis zwei Grad zusammen.

Für Berliner Familien hat der Termin einen unangenehmen Beiklang. Die Sommerferien laufen noch bis zum 22. August, erster Schultag ist der 24. Die Wende fällt also mitten in die letzte freie Woche.

Dürre in Brandenburg: elf Prozent vom Monatssoll

Der Regen kommt trotzdem zu spät und in der falschen Form. Die 8,7 Liter bis zum 6. August sind elf Prozent dessen, was in einem ganzen August üblich ist.

Die Sonne dagegen liegt schon bei 29 Prozent ihres Monatssolls, obwohl erst ein knappes Fünftel des Monats vorbei ist. Der Juli war nach Auswertung des Wetterdienstes erheblich bis extrem zu warm und über Teilen Deutschlands von historischer Dürre geprägt.

Was die Brandenburger Kiefernwälder bräuchten, wäre stiller Landregen über Tage. Was sie bekommen, sind Gewitterzellen, die 20 Kilometer weiter schon wieder aufhören.

Tropennächte: Am Alexanderplatz ist es heißer als in Marzahn

Bis zur Abkühlung bleibt die Hitze vor allem ein innerstädtisches Problem. Nächte mit mindestens 20 Grad kommen in Berlin deutlich häufiger vor als im Umland, weil Beton und Asphalt die Wärme des Tages speichern.

Eine DWD-Sprecherin verwies gegenüber t-online darauf, dass die höchsten Werte nicht selten direkt am Alexanderplatz gemessen werden. Marzahn kühlt dank Grünflächen und besserer Luftzirkulation spürbar stärker ab.

Riskant ist dabei weniger der heiße Tag als die fehlende Abkühlung in der Nacht. Der Körper erholt sich im Schlaf schlechter, der Hitzestress steigt.

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Spätsommer oder Dauerregen? Entschieden wird es bei Island

Ganz sicher ist die Abkühlung nicht. Das amerikanische Wettermodell rechnet für den 18. bis 22. August erneut mit Hochdruck und 28 bis 32 Grad, das europäische für den 21. August mit 17 bis 23 Grad. Näher können zwei Prognosen kaum beieinanderliegen und weiter auseinander auch nicht.

Die Entscheidung hängt an einem einzigen Tief bei Island. Zieht es weiter Richtung Skandinavien, bleibt es hier wechselhaft. Dreht es sich an Ort und Stelle ein, kommt der Hochdruck zurück.

Kurzum: Das Berliner Spätsommerwetter wird gerade 2000 Kilometer nordwestlich ausgewürfelt.

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