Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat vorgeschlagen, langjährige Ehrenamtler ein Jahr früher in die Rente eintreten zu lassen. „Man muss darüber nachdenken, wie man denjenigen etwas Gutes tun kann, die das ihr Leben lang getan haben“, sagte Faeser am Dienstagabend in einer Talkreihe des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Mit einem früheren Renteneintritt könne der Staat Anreize für ein freiwilliges Engagement schaffen.
Neue Debatte über Pflichtjahr
Das Ehrenamt für die Allgemeinheit, das viele neben ihrer Arbeit und Familie leisteten, sei ein sehr hohes Gut. Für besonders wertvolle Tätigkeiten, wie beispielsweise bei der Feuerwehr oder bei Rettungsdiensten, müsse über solche Modelle nachgedacht werden, um Anreize zu setzen, führte Faeser weiter aus.
„Unsozialer Bullshit“: Scharfe Kritik an Vorschlag von Rente mit 70
Lindner: Rentenbeiträge künftig voll absetzbar
Auch die Debatte über ein soziales Pflichtjahr sei sinnvoll, so Faseser. Die Chancen, dafür politische Mehrheiten zu finden, bezeichnete Faeser als „im Moment eher überschaubar“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte im Juni die Diskussion neu angestoßen. Auch er sprach sich für das Pflichtjahr aus.
Durch zunehmende Naturkatastrophen wie Hochwasser, Waldbrände oder schwere Stürme wachse der Bedarf an Ehrenamtlern. Daher müsse auch über ein Dienstpflichtjahr debattiert werden, forderte sie. „Wir sind sehr privilegiert mit unserem Freiwilligensystem“, sagte Faeser. Bei den Freiwilligen Feuerwehren funktioniere das sehr gut. „Aber man kann ihnen nicht allein die Verantwortung für all diese Großschadensereignisse geben.“
FDP-Politiker gegen früheren Renteneintritt für Ehrenamtler
Der Vorschlag von Innenministerin Nancy Faeser (SPD), langjährigen Ehrenamtlern einen früheren Renteneintritt zu ermöglichen, stößt beim Koalitionspartner FDP auf Widerstand. Das Ehrenamt sei eine gesamtgesellschaftliche Frage und könne nicht allein auf die Beitragszahler abgewälzt werden, erklärte der sozialpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Pascal Kober, am Mittwoch. „Es wäre auch unfair gegenüber Selbstständigen, die ja selten rentenversichert sind.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]