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273 Kinder im Tornado: Heute neues Unwetter in Italien – bei uns Böen bis 85 km/h

Wetter am Samstag: DWD warnt vor Gewittern, Graupel und Sturmböen bis 85 km/h im Norden. Tornados verwüsten Marsala im Westen Siziliens.

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Eine Wasserhose über dem Gardasee. (Symbolbild). Am Freitag zogen vor Marsala auf Sizilien zwei solcher Wirbel an Land und zerstörten eine Schule.

Eine Wasserhose über dem Gardasee. (Symbolbild). Am Freitag zogen vor Marsala auf Sizilien zwei solcher Wirbel an Land und zerstörten eine Schule.

© Imago/Jöran Steinsiek

Von Ostfriesland bis an die Ostsee ziehen am Samstag Schauer mit Graupel und einzelnen Gewittern durch, an der Nordsee drohen Sturmböen bis 80 km/h. Der Deutsche Wetterdienst erwartet dort bis Sonntagmittag bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Härter trifft es Italien: Einen Tag nach den Tornados auf Sizilien gilt im Süden des Landes die zweithöchste Warnstufe.

Gewitter und 85 km/h: Hier wird es heute stürmisch

Ein Tief auf dem Weg nach Norwegen schickt mit kräftiger Westströmung feuchte Meeresluft ins Land. In der Nordhälfte ziehen die Schauer von West nach Ost, im Nordwesten mit einzelnen Gewittern, Graupel und Böen zwischen 50 und 70 km/h.

An der Nordsee sind stürmische Böen bis 70 km/h möglich, in exponierten Lagen Sturmböen bis 80 km/h. Auf dem Brocken und anfangs auf dem Fichtelberg rechnet der DWD mit bis zu 85 km/h. Zum Abend lässt der Wind nach.

Im Süden ziehen sich die Regenfälle allmählich hinter die Donau zurück. Die Höchstwerte liegen bei 14 bis 19 Grad.

Wer heute an die Küste oder in den Harz fährt, sollte die amtlichen Warnungen beim DWD oder in der App Warnwetter prüfen. In Gewitternähe können Äste brechen, auf Straßen sorgt Graupel für Glätte.

50 Liter bis Sonntag: An der Nordsee hört der Regen nicht auf

Von den Ostfriesischen Inseln bis nach Dithmarschen ziehen die Schauer immer wieder über dieselben Orte. Dort sind 20 bis 35 Liter in wenigen Stunden möglich, bis Sonntagmittag summiert sich das auf 30 bis 50 Liter.

Im Harz staut sich der Regen an den Westhängen. Bis zum Morgen fallen dort örtlich 25 bis 40 Liter in 12 bis 18 Stunden.

Der Sonntag bleibt an Nord- und Ostsee unbeständig, mit weiteren Schauern und kurzen Gewittern. Über der Nordsee sind in der Nacht noch Böen bis 70 km/h möglich. Erst zum Montag beruhigt sich die Lage.

273 Kinder im Klassenzimmer: Tornado zerstört Schule auf Sizilien

Am Freitagmorgen bildeten sich vor dem Hafen von Marsala im Westen Siziliens gleichzeitig zwei Wasserhosen. Sie zogen an Land und trafen den Süden der Stadt und den Nachbarort Petrosino.

In der Grundschule „Alcide De Gasperi“ im Ortsteil Terrenove saßen zu diesem Zeitpunkt 273 Kinder. Schulleiter Leonardo Gulotta sagte der Zeitung La Sicilia, das Gebäude sei komplett zerstört. Weil niemand mehr hinauskonnte, brachte das Personal die Kinder in einen sichereren Teil des Hauses.

Sechs Kinder wurden leicht verletzt. Insgesamt zählten die Krankenhäuser in Marsala und Mazara del Vallo laut der Nachrichtenagentur LaPresse mindestens elf Verletzte. Ein 70-Jähriger kam mit mehreren Brüchen in den OP.

In Petrosino schleuderte der Sturm ein Auto von der Straße, beide Insassen wurden verletzt. Fünf Häuser sind nach Angaben des Corriere di Ragusa zerstört, die Stadt richtet Notunterkünfte ein.

Wie stark die Tornados waren, steht erst nach einer Analyse der Schäden fest. Gefährlich machte sie nicht ihre Größe über dem Meer, sondern der Moment, in dem sie die Schule erreichten.

Alarmstufe Orange: Heute rollt die nächste Unwetterrunde über Süditalien

Der italienische Zivilschutz hat für Samstag die Warnstufe Orange ausgerufen, die zweithöchste von drei. Sie gilt für ganz Sizilien und Teile von Kalabrien, Apulien und Kampanien. Gelb gilt für die Abruzzen, Molise und die Basilikata sowie Teile von Latium und Umbrien.

Erwartet werden heftige Schauer und Gewitter mit starken Böen, örtlich Hagel und häufigen Blitzen. In Kampanien und Kalabrien haben mehrere Bürgermeister die Schulen geschlossen, darunter in Sorrento, Torre del Greco, Cosenza und Catanzaro, meldet die Nachrichtenagentur Adnkronos.

Die Energie dafür liefert das Meer. Vor Siziliens Küsten hat das Wasser im Oktober im langjährigen Mittel noch rund 22 Grad. Zieht kühlere Höhenluft darüber, wird die Atmosphäre labil. Ändert der Wind zusätzlich mit der Höhe Richtung und Tempo, können aus Gewittern Wasserhosen und Tornados werden.

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Sonntag wird es besser: So geht es in Italien und Deutschland weiter

Am Sonntag bessert sich das Wetter in weiten Teilen Italiens. Restliche Schauer bleiben vor allem in Apulien, der Basilikata, Kalabrien und im Norden Siziliens, berichtet Fanpage. Mit 19 bis 24 Grad ist die ungewöhnliche Wärme der Vortage vorbei.

Auf dem Meer bleibt es rau, über den Inseln weht kräftiger Mistral. Zwischen dem 15. und 18. Oktober könnte ein subtropisches Hoch zurückkehren.

In Deutschland lässt der Wind am Montag deutlich nach. Mehrere Wettermodelle hatten um den 12. Oktober eine Kaltluft-Wende gezeigt, wie die Berliner Zeitung berichtete.

Im Westen Siziliens bleibt der Zugverkehr zwischen Trapani und Castelvetrano wegen Sturmschäden eingestellt.

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