Ukraine-Krieg

Westliche Welt verurteilt Moskaus Behauptung über „schmutzige Bombe“

Russlands Verteidigungsminister behauptet, Kiew plane die Zündung einer radioaktiven Bombe. Die Ukraine und die westlichen Atommächte bezeichnen dies als eindeutig falsch.

Team News maw/dpa/afp
3 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu besuchen eine Militärausstellung in Moskau.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu besuchen eine Militärausstellung in Moskau.

© Pool Sputnik Kremlin/AP/Mikhail Metzel

Die Ukraine hat Moskauer Unterstellungen scharf zurückgewiesen, sie bereite den Einsatz einer sogenannten schmutzigen, nuklear verseuchten Bombe vor. Die Behauptung lege den Verdacht nahe, dass Moskau selber etwas Schmutziges vorhabe, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Sonntag. Er rief die Weltgemeinschaft zu entschiedenem Widerstand gegen eine Eskalation des genau acht Monate alten Krieges durch Russland auf.

Westliche Atommächte: Moskaus Behauptung zu radioaktiver Bombe falsch

Auch die westlichen Atommächte Frankreich, Großbritannien und die USA haben Russlands Behauptung zurückgewiesen. 

Die Behauptung über eine sogenannte schmutzige Bombe sei eindeutig falsch, hieß es in einem gemeinsamen Statement der Außenminister der Länder vom frühen Montagmorgen. „Die Welt würde jeden Versuch durchschauen, diese Behauptung als Vorwand für Eskalation zu nutzen.“

Lambrecht: „So etwas darf nicht geschehen“

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich nach russischen Regierungsäußerungen tief besorgt gezeigt. Der Westen müsse geschlossen zum Ausdruck bringen, dass jeder Einsatz derartiger Nuklearwaffen ein „Überschreiten von roten Linien“ wäre, sagte Lambrecht am Montag im baden-württembergischen Calw bei einem Besuch beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr.

„So etwas darf nicht geschehen“, fügte die Verteidigungsministerin hinzu. Sie betonte zugleich, dass solche Drohungen „keine Auswirkungen“ auf die deutsche Unterstützung für die Ukraine hätten. „Wir stehen weiter hinter der Ukraine.“

Moskau streut Gerüchte um Einsatz einer radioaktiven Bombe

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte am Sonntag in Telefonaten mit mehreren Amtskollegen aus Nato-Staaten mitgeteilt, er sei besorgt, dass die von Russland angegriffene Ukraine den Einsatz einer „schmutzigen Bombe“ vorbereiten könnte. Darunter wird ein konventioneller Sprengkörper verstanden, der bei seiner Explosion radioaktives Material in der Umgebung verteilt und diese verstrahlt.

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Die Ukraine und die USA hatten den Vorwurf sofort als absurd zurückgewiesen. Die Äußerung Schoigus nährt aber die Befürchtung, Russland könne seinerseits den Einsatz einer derartigen Waffe planen.

Lambrecht nannte die Äußerungen zudem einen „unerhörten Vorwurf“ gegenüber der Ukraine, für den es „null Anhaltspunkte“ gebe. Es sei wichtig, dass der Westen diese Behauptung „deutlich“ zurückweise und zugleich die Botschaft aussende, dass er weiter hinter der Ukraine stehe, sagte sie.

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