Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Dienstag seine traditionelle Pressekonferenz zum Jahresende abgesagt. Auch weitere große öffentliche Auftritte, die viele Jahre lang als obligatorisch galten, meidet er derzeit. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, fiel bereits die übliche Bürgersprechfragestunde, die im Staatsfernsehen übertragen wird, aus.
Auch die Rede zur Lage der Nation, die Putin in den letzten Jahren immer im Frühjahr hielt, fand in diesem Jahr nicht statt. Nun hieß es, Putin werde diese Ansprache am 27. Dezember halten. Zu den Gründen hinter den Absagen der wichtigen Termine gibt es bisher nur Spekulationen.
Geheimdienst: Kreml besorgt über Anti-Kriegs-Stimmung
Für manche Beobachter ist der Grund der weiterhin andauernde Krieg in der Ukraine, der in vielerlei Hinsicht für Russland nicht so vorangeht, wie gewünscht. Andrei Kolesnikov von der Carnegie-Stiftung für internationalen Frieden sieht es so: „Putin kann nicht immer die alten Botschaften neu artikulieren, und es ist im Augenblick nicht so ohne Weiteres möglich für ihn, in einen Dialog zu treten. Da bunkert er sich lieber ein.“
Doch diese Strategie berge Gefahr, so die Moskauer Politologin Lilia Schewtsowa. „Die Absage der Großereignisse provoziert Gerüchte, dass Putin die Kontrolle verlieren könnte und frustriert ist.“
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Britische Geheimdienste deuteten die Absagen bereits als Angst der russischen Führung über die Zunahme einer Anti-Kriegs-Stimmung in ihrem Land. „Die Offiziellen im Kreml sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sehr besorgt über die Möglichkeit, dass eine von Putin besuchte Veranstaltung für eine unerlaubte Diskussion über die ‚militärische Spezialoperation‘ gekapert werden könnte“, hieß es im Geheimdienst-Update des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch.
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