Jugendliche Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien können in Berlin ihre Ausbildung auf jeden Fall beenden. Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses wurde am Montag ein entsprechender Antrag der SPD/PDS-Regierungskoalition verabschiedet. Demnach können nun Jugendliche, die ein Jahr vor dem Real- und Hauptschulabschluss oder zwei Jahre vor dem Abitur stehen sowie sich bereits "weitgehend in der Berufsausbildung" befinden, ihren Abschluss machen. Nach den Worten von Volker Ratzmann, innenpolitischer Experte der Grünen, sind davon rund 3 000 Jugendliche betroffen, die sonst möglicherweise von der Abschiebung bedroht seien. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) betonte, dass Bürgerkriegsflüchtlinge weiterhin grundsätzlich in ihre Heimat ausreisen müssten. Das gelte auch für die Entscheidungen der Inneministerkonferenz des vergangenen Wochenendes. Demnach wird es bundesweit derzeit keine Abschiebung von Serben in den Kosovo geben. Außerdem werde auch nicht nach Afghanistan ausgewiesen, es sei denn, es handele sich um Straftäter. Aus humanitären Gründen werden während des Winters bis zum 31. März 2003 keine Roma nach Serbien und Montenegro abgeschoben, sagte Körting. Bosiljka Schedlich vom Verein "Südost" reagierte erleichert über die Entscheidung. Nach Ansicht von Schedlich muss in den nächsten Monaten mit den Flüchtlingen intensiv geredet werden. Vor allem sollte geklärt werden, wer von den 23 000 in Berlin wohnenden Flüchtlingen aus Ex-Jugoslawien auf keinen Fall in seine Heimat zurückkehren könne, beziehungsweise welche Hilfen für eine Rückkehr anderer nötig seien. 80 Prozent der Flüchtlinge aus dem Balkan sind Schätzungen zufolge Roma. (mm., tom.)
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