Die Identität des mutmaßlichen Täters soll mittlerweile geklärt sein, viele andere Details zu den tödlichen Schüssen bei der Gemeinde der Zeugen Jehovas in Hamburg sind noch unklar. Vor allem stellt sich die Frage nach dem Motiv für die Tat. Offenbar gibt es jedoch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des mutmaßlichen Amokläufers. Eine Drogenvergangenheit wurde inzwischen ausgeschlossen.
Schüsse bei Zeugen Jehovas in Hamburg – was bisher bekannt ist:
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Hamburg: Schüsse bei Zeugen Jehovas – acht Tote, Täter darunter
Drei Verletzte bei Anschlag in Tel Aviv – Attentäter erschossen
Was noch nicht bekannt ist
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Große Anteilnahme: Politiker kondolieren nach Gewalttat
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und weitere hochrangige Politiker haben sich derweil zutiefst betroffen von der tödlichen Gewalttat in einer Kirche der Zeugen Jehovas in Hamburg gezeigt. Er habe die Nachricht „mit großem Entsetzen“ entgegen genommen, erklärte Steinmeier laut einer Sprecherin am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter. „Meine Gedanken sind bei den Toten und ihren Familien – ihnen gilt meine tiefe Anteilnahme an diesem Tag des Schmerzes.“
Steinmeier zeigte sich sicher, dass viele Menschen in Deutschland in diesen Stunden aufrichtiges Mitgefühl empfänden. Den Verletzten wünschte der Präsident baldige Genesung. Steinmeier dankte auch den Einsatzkräften vor Ort.
Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) zeigte sich „erschüttert“ über die „grausame Gewalttat“. Ihre Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen, schrieb sie auf Twitter. Auch sie dankte den Einsatz- und Rettungskräften.
Scholz und Faeser äußern nach tödlichen Schüssen Betroffenheit
Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) haben am Freitag ihre Betroffenheit geäußert. Scholz schrieb im Onlinedienst Twitter von einer „schlimmen Nachricht aus Hamburg“. „Mehrere Mitglieder einer Jehova-Gemeinde sind gestern Abend einer brutalen Gewalttat zum Opfer gefallen, meine Gedanken sind bei ihnen und ihren Angehörigen – und bei den Sicherheitskräften, die einen schweren Einsatz hinter sich haben“, erklärte Scholz.
Faeser schrieb bei Twitter, sie sei „erschüttert über die furchtbare Gewalt in einer Gemeinde der Zeugen Jehovas in Hamburg“. „Die Hintergründe werden mit Hochdruck ermittelt“, fügte sie hinzu.
Mit dpa/AFP
Die Zeugen Jehovas
Die streng organisierte Gruppe wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts von dem Geschäftsmann Charles Taze Russell (1852-1916) in den USA gegründet und finanziert sich durch freiwillige Spenden. Unter dem Nazi-Regime war die Glaubensgemeinschaft verboten und wurde verfolgt.
Weltweit haben die Zeugen Jehovas etwa acht Millionen Mitglieder. Die „Weltzentrale“ ist in New York. Die deutsche Gemeinschaft mit weniger als 200.000 Mitgliedern gehört zu den größten in Europa.
Die Zeugen Jehovas haben keine bezahlten Geistlichen. Ihre Gottesdienste finden in „Königreichssälen“ statt. Ihre wichtigsten Publikationen sind „Der Wachtturm“ und „Erwachet!“. Die Zeugen Jehovas glauben an einen bald bevorstehenden Welt-Untergang.
Dem Staat stehen die Zeugen Jehovas distanziert gegenüber. An Wahlen nehmen sie aus religiösen Gründen nicht teil. Übermäßiger Alkoholgenuss, Tabak und das Feiern nach dem christlichen Festkalender werden ebenso abgelehnt wie Bluttransfusionen.
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