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Unwetter-Bilanz: Berlin übersteht Gewitter mit „blauem Auge“

Berlin hat das Gewitter überstanden. Die Feuerwehr meldet 57 Wetter-Einsätze – darunter einen Blitzeinschlag und Stromausfälle. Doch der Starkregen hält an.

Christian Gehrke Team News chg/dpa
4 Min
 Ein Blitz entlädt sich am späten Donnerstagabend über der Spree in Richtung Elsenbrücke am Himmel.  

 Ein Blitz entlädt sich am späten Donnerstagabend über der Spree in Richtung Elsenbrücke am Himmel.  

© Paul Zinken/dpa

Schwere Gewitter sind in der Nacht zu Freitag über Berlin gezogen. Die Feuerwehr rief von 22.54 bis 1.10 Uhr den Ausnahmezustand Wetter aus, wie sie auf Twitter mitteilte. Die Feuerwehrleute berichteten zunächst von 36  wetterbedingten Einsätzen, die Zahl wurde am Freitagmorgen auf 57 nach oben korrigiert. Da der Starkregen anhält, wird die Einsatzzahl laut Feuerwehr wohl auch noch ansteigen.

Die meisten Einsätze gab es wegen Wasserschäden, so der Sprecher. Durch einen Blitzeinschlag kam es im Stadtteil Kaulsdorf im Hornsteiner Weg außerdem zu einem Brand in einem Einfamilienhaus. Von Verletzten aus der Gewitter-Nacht ist in Berlin bisher nichts bekannt.

„Berlin ist im Vergleich zu anderen Bundesländern mit einem blauen Auge davongekommen. Es ist alles glimpflich abgegangen“, gab ein Feuerwehr-Sprecher der Berliner Zeitung als eine erste Einschätzung. Sechs Freiwillige Feuerwehren und vier Erkunder wurden zu Unterstützung der Berliner Berufsfeuerwehr zusätzlich in den Dienst genommen, wie die Feuerwehr auf Twitter schrieb.

Gesundbrunnen: 36 Wohnungen nach Gewitter ohne Strom

Auch am Freitag kommt es nach wie vor zu wetterbedingten Einsätzen. Am Morgen waren Einsatzkräfte bei einem Wohnhaus im Ortsteil Gesundbrunnen in Berlin-Mitte. Dort waren den Angaben zufolge nach einem größeren Wasserschaden am Dach 36 Wohnungen ohne Strom, die Bewohner wurden in einem Bus der Feuerwehr untergebracht. Die Feuerwehr verließ den Einsatzort gegen 10 Uhr verlassen. Ob der Strom wieder fließt, ist unklar. Hier und da laufen außerdem noch Keller voll, wie ein Sprecher am Nachmittag sagte.

Auf der Heerstraße in Berlin-Spandau gab es in Höhe Freybrücke am Freitagmorgen Staus und Verkehrseinschränkungen. In der Nacht kam es dort zu Überschwemmungen der Kanalisation, wie die Feuerwehr mitteilte. Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Berliner Stadtreinigung pumpten das Wasser ab. Gegen 2 Uhr war der Einsatz der Feuerwehr beendet – dennoch war die Straße am Freitagmorgen in beide Richtungen gesperrt.

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Das Wasser konnte aufgrund von anhaltendem Regen und verstopften Gullys weiterhin nicht ablaufen, daher waren Mitarbeiter der Stadtreinigung auch in den Morgenstunden damit beschäftigt, das Wasser abzupumpen. Laut der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) sorgte die Vollsperrung daher für Stau auf den Umfahrungsstraßen.  

Zugstrecke Hamburg-Berlin Freitag zeitweise gesperrt

Der Zugverkehr war am Freitagmorgen beeinträchtigt. Mittlerweile ist die Zugstrecke zwischen Berlin und Hamburg wieder zweigleisig befahrbar, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Freitagnachmittag sagte. Nach dem Unwetter war die Strecke zunächst gesperrt worden, sämtliche Züge wurden über Stendal umgeleitet. Am Vormittag war es bereits wieder möglich, sie zumindest eingleisig zu benutzen.

Auch die Strecke Kassel-Göttingen ist nach Bahnangaben wieder zweigleisig zu befahren. Sie war ebenfalls zunächst gesperrt und danach am Morgen eingleisig freigegeben worden. In beiden Fällen seien Verspätungen allerdings weiter möglich.

 Sachsen-Anhalt und Niedersachsen waren schwerer betroffen als Berlin

Mehrere Bundesländer im Westen, der Mitte und dem Nordosten Deutschlands waren von dem Unwetter betroffen. Niedersachsen und Hessen erwischte es schwerer als Berlin. 

Hunderte Einsätze zählte allein die Feuerwehr der niedersächsischen Stadt Braunschweig. Videos zeigten, wie Straßen unter Wasser standen und auch Geschäfte geflutet wurden. Straßenbahnen und Autos steckten fest. Ähnliche Aufnahmen gab es auch aus der hessischen Stadt Kassel. Die meisten Regionen Deutschland kamen aber wie Berlin glimpflich davon.

In Duisburg rettete die Feuerwehr nach eigenen Angaben mehrere Menschen aus Fahrzeugen, die auf überschwemmten Straßen feststeckten. Mehrere Straßen im Stadtgebiet waren wegen Überflutung nicht mehr befahrbar. Allein hier gab es über 400 Einsätze, verletzt wurde laut der Feuerwehr niemand.

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