In Berlin hat sich mittlerweile eine Messerkultur ausgebreitet. Kein Tag vergeht, ohne dass jemand mit einem Messer verletzt wird. 3317 Fälle, in denen ein „Messer als Tatmittel“ eingesetzt wurde, zählt die Kriminalstatistik für das vergangene Jahr in Berlin. Das sind 540 Vorfälle mehr als im Jahr zuvor. Hier eine winzige Auswahl:
Am Sonntagabend war ein 31-Jähriger in der Torstraße in Mitte unterwegs, als er ohne ersichtlichen Grund von zwei jungen Männern angerempelt, dann beleidigt und bespuckt wurde. Es kam zum Streit, bei dem der 31-Jährige einen Messerstich in den Rücken erhielt. Auch in der Tiergartenstraße kam es an dem Abend zu Messergewalt. Ein 42-Jähriger bekam einen Stich in den Oberschenkel. Das Messer verfehlte zum Glück die Schlagader.
Am Montag kam es aus bisher ungeklärter Ursache am Karl-August-Platz in Charlottenburg laut Polizei zu einer Auseinandersetzung zwischen „zwei Männergruppen“. Dabei fügten sich ein 33- und ein 34-Jähriger gegenseitig mit Messern Schnittverletzungen zu.
Krimineller Wochenrückblick: Schwimmbadschlägerei in Pankow und Messerstreit in Lichtenberg
In der Nacht zu Dienstag fanden Passanten auf dem Gehweg der Neuköllner Sonnenallee einen stark blutenden Mann. Der 32-Jährige hatte eine Stichverletzung im hinteren Schulterbereich. Was passiert war, ist noch immer unklar.
Am Dienstagabend wurden in Kreuzberg zwei Männer mit Messern verletzt. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei waren der 31- und der 50-Jährige in der Reichenberger Straße unterwegs, als der Jüngere mit einem Unbekannten in Streit geriet und im weiteren Verlauf von diesem mit einem Messer attackiert wurde. Dabei erlitt der 31-Jährige eine Schnittverletzung im Gesicht. Als der 50-Jährige dazwischenging, wurde auch er von dem Unbekannten angegriffen und trug Schnitt- und Stichverletzungen am Bein und im Gesicht davon.
Die Woche endete, wie sie angefangen hatte: Wieder einmal trafen laut Polizei „Männergruppen“ aufeinander, etwa am Freitagmorgen auf dem Gehweg der Neuköllner Hermannstraße. Ein 46-Jähriger erlitt eine Kopfplatzwunde und ein noch nicht identifizierter Mann eine Schnittverletzung an der Hand, die im Krankenhaus sofort operiert werden musste. Zum Hintergrund der Auseinandersetzung weiß die Polizei noch nichts.
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