Südtirol

48 Jahre im Eis: Dieses Bier fiel aus einem Hubschrauber – jetzt wurde es getrunken

Bierfass von 1978 im Gletscher: Bei einer Hubschrauber-Lieferung stürzte es in Südtirol in eine Gletscherspalte. Jetzt wurde das alte Bier angezapft.

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Ein frisch gezapftes Bier vor verschneiten Alpengipfeln (Symbolbild): In Südtirol tauchte ein Bierfass von 1978 aus einem Gletscher auf – und wurde angezapft.

Ein frisch gezapftes Bier vor verschneiten Alpengipfeln (Symbolbild): In Südtirol tauchte ein Bierfass von 1978 aus einem Gletscher auf – und wurde angezapft.

© Imago

Irgendwann in den 1970er-Jahren hat über dem Ahrntal ein Hubschrauber ein Bierfass verloren. 48 Jahre später ist es wieder da.

In Bruneck hat man dann getan, was man mit einem so alten Bier eigentlich nicht tut: Man hat es angezapft.

Das Fass tauchte unterhalb der Schwarzensteinhütte in den Zillertaler Alpen auf, auf rund 3000 Metern Höhe. Öffentlich gemacht hat den Fund der Südtiroler Getränkehändler Harpf in einem Beitrag auf Instagram.

Bierfass fiel bei Hubschrauber-Lieferung in Gletscherspalte

Laut Harpf stürzte das Fass bei einer Lieferung per Hubschrauber in eine Gletscherspalte. Seitdem galt es als verschollen.

Das Jahr lässt sich am Fass selbst ablesen: Eine Gravur nennt 1978. Harpf geht davon aus, dass es sehr wahrscheinlich aus dem eigenen Lager stammt.

Finder schiebt das Fass mit dem Karren ins Tal

Entdeckt hat es nach Darstellung des Unternehmens ein Mann namens Daniel. Die italienische Zeitung Il Fatto Quotidiano beschreibt ihn als Fahrer von Harpf.

Das Fass war verbeult, hatte die Jahrzehnte im Eis aber überstanden. Daniel schob es mit einem Karren über das Geröll zurück ins Tal. Auf diesem Gelände ist schon ein leerer Rucksack anstrengend genug.

Bier von 1978: Ist es noch trinkbar?

In Bruneck zapfte eine kleine Runde aus Bierfans und Neugierigen das Fass an. Das Urteil laut Harpf, über das auch das Portal il Dolomiti berichtet: Das Bier sei noch trinkbar gewesen, der Gletscher habe es offenbar gut konserviert.

Über den Geschmack schweigt das Unternehmen. Das sagt eigentlich alles. Wer ein Bier wirklich gut findet, nennt es nicht „trinkbar“.

Warum altes Bier nicht krank macht, aber selten schmeckt

Dass niemand Bauchweh bekam, überrascht Brauer kaum. Alkohol und ein niedriger pH-Wert machen Bier zu einem lebensfeindlichen Ort für Krankheitserreger.

Der Geschmack leidet dagegen fast immer. Bier oxidiert mit der Zeit, das Hopfenaroma verfliegt, zurück bleibt oft ein Ton von nasser Pappe.

Kälte und Dunkelheit bremsen diesen Prozess. Ein Gletscher ist deshalb gar kein schlechter Bierkeller. Er hat nur keine Tür.

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Gletscherschwund am Schwarzenstein legt Fundstücke frei

Dass das Fass gerade jetzt auftaucht, passt ins Bild. Das Eis rund um den Schwarzenstein schwindet seit Jahren, und die Gletscher geben nach und nach zurück, was sie einmal verschluckt haben. Der berühmteste Fall ist Ötzi, der 1991 am Similaun aus dem Eis kam.

Die Hütte selbst hat übrigens eine sächsische Vorgeschichte: Die erste Schwarzensteinhütte eröffnete 1895 die Sektion Leipzig des Deutschen Alpenvereins. Der heutige Neubau steht seit 2019.

Harpf ist nach eigenen Angaben seit mehr als 140 Jahren im Geschäft und spricht von einem seltenen Fund. Man könnte auch sagen: von der längsten Lieferverzögerung der Firmengeschichte.

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