Das Auktionshaus Sotheby's hat am Dienstag in New York das Skelett eines Tyrannosaurus Rex mit dem Namen „Gus“ für 50,1 Millionen US-Dollar (rund 43,9 Mio. Euro) einschließlich Gebühren versteigert. Damit ist das rund 67 Millionen Jahre alte Fossil laut Sotheby's das teuerste Dinosaurier-Skelett, das jemals bei einer Auktion verkauft wurde.
Den bisherigen Rekord hielt das Stegosaurus-Skelett „Apex“, das 2024 für 44,6 Millionen Dollar an den Hedgefonds-Gründer Kenneth Griffin ging.
Der Käufer der Auktion am Dienstag nahm nach Angaben des Auktionshauses telefonisch an der rund zehnminütigen Bieterrunde teil und möchte anonym bleiben. Insgesamt hätten sich sieben Interessenten am Bieterwettstreit beteiligt, teilte Sotheby's mit. Der Zuschlagspreis lag deutlich über der Vorab-Schätzung von 20 bis 30 Millionen Dollar.
Fund auf einer Rinderfarm in South Dakota
Das Skelett wurde im Jahr 2021 auf einer Rinderfarm im US-Bundesstaat South Dakota entdeckt und ist nach dem verstorbenen Landbesitzer Gary „Gus“ Licking benannt. Die Ausgrabung und Präparation durch das Unternehmen Theropoda Expeditions dauerte nach Angaben von Sotheby's rund fünf Jahre.
Das Fossil ist etwa 3,80 Meter hoch und 11,50 Meter lang. Laut Auktionshaus wurden 183 Knochenelemente gefunden, womit das Skelett zu rund 61 Prozent vollständig sei. Der Schädel sei zu etwa 82 Prozent erhalten.
Der Schädel von T-Rex Gus ist nach Angaben von Sotheby's zu etwa 82 Prozent erhalten.
© Timothy A. Clary/AFP
Kritik an Auktion aus der Wissenschaft
Paläontologen kritisierten bereits im Vorfeld den Verkauf wissenschaftlich bedeutsamer Fossilien an Privatpersonen. Die Society of Vertebrate Paleontology teilte mit, sie hoffe, der neue Eigentümer werde das Skelett einem anerkannten Naturkundemuseum überlassen. Andernfalls sei das Exemplar für die Forschung nicht mehr zugänglich.
Susannah Maidment vom Natural History Museum in London sagte der BBC, viele Museen könnten sich bedeutende Fossilien nicht mehr leisten. „Es gibt keinen Ersatz für das echte Fossil“, sagte sie. Führende Fachzeitschriften akzeptierten zudem keine Studien an Exemplaren aus Privatsammlungen, da der Zugang für andere Wissenschaftler nicht gesichert sei.
Auch der Paläontologe Richard Butler von der Universität Birmingham äußerte sich besorgt. Der Handel mit Dinosaurier-Fossilien wie mit seltenen Kunstwerken zu immer höheren Preisen sei problematisch, sagte er dem Guardian. Fossilien außerhalb anerkannter Museumssammlungen könnten nicht wissenschaftlich untersucht werden.
Sotheby's verteidigt hohe Preise
Cassandra Hatton, bei Sotheby's zuständig für Naturgeschichte, sagte nach der Versteigerung, „Gus“ sei ein außergewöhnlicher Fund, der mit großer Sorgfalt geborgen und aufbereitet worden sei.
Hatton verteidigte so auch die hohen Preise. Sie spiegelten den Aufwand der Bergung wider. Das erste bei Sotheby's versteigerte T-Rex-Skelett „Sue“ hatte 1997 rund 8,4 Millionen Dollar erzielt und steht heute im Field Museum in Chicago.
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