Hamburg. dpaFriedlich protestierten gestern in Bonn 5000 kurdische Frauen und Kinder gegen die Abschiebung militanter Kurden in die Türkei. Sie forderten zugleich ein Ende des Krieges Ankaras gegen ihr Volk.Bundestagsabgeordnete von CDU/ CSU, SPD und FDP sprachen sich angesichts der türkischen Kurdenpoiitik gegen eine Mitgliedschaft des NATO-Staats Inder Europäischen Union (EU) aus. Im Hinblick darauf disqualifiziere sich die Türkei "nachhaltig" durch die "gewaltsame Unterdrükkung der Kurden", sagte SPD-Präsidiumsmitgiied Heidemarle Wieczorek-Zeul. Der Chef der Bonner CSULandesgruppe, Michael Glos, nannte "eine angemessene Lösung der Kurdenprobiematik" als ein Kriterium für die EU-Aufnahme. Der außenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Ulrich Inner, forderte, "den Druck auf die Türkei zu vergrößern".Die bayerische Polizei nahm am Sonnabend zwei kurdische Asylbewerber im Alter von 23 und 28 Jahren fest, die an den Autobahn-Krawallen vor drei Wochen maßgeblich beteiligt gewesen sein sollen. Bayern hält an der Abschiebung von etwa 20 gewalttätigen Kurden fest. Dagegen fordert der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Uwe Lühr, straffällig gewordene Kurden in Deutschland vor Gericht zu steilen und zu bestrafen. Er verteidigte seine Parteifreundin Leutheusser-Schnarrenberger. Die Bundesjustizrnlnlsterln war wegen ihrer Ablehnung einer generellen Abschiebung gewalttätiger Kurden von Bundeskanzler Kohl angegriffen worden.Unterdessen räumte ein NATOSprecher ein, daß alle der Türkei zugesicherten Rüstungsgüter bereits geliefert worden seien und ein deutscher Rüstungsexport-Stapp lediglich Marine-Ausrüstung beträfe.
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