Manche Geschäftsideen sind so naheliegend, dass sie fast genial wirken. Ein Rentner aus dem westfranzösischen La Barre-de-Monts hatte so eine: ein Grundstück, jede Menge Touristen und ein Schild, das einen Parkplatz versprach.
Der Ort liegt günstig. Direkt am Fährhafen Fromentine legen die Boote zur beliebten Atlantikinsel Ile d’Yeu ab.
Wer übersetzt, lässt sein Auto auf dem Festland zurück. Und sucht im Sommer oft verzweifelt einen Stellplatz.
Genau hier setzte der Rentner an. In der Hochsaison parkten rund 50 Fahrzeuge pro Tag auf seiner Parzelle, berichtet das französische Radioprogramm ICI. Sein Verkaufsargument: Er war billiger als die offizielle Konkurrenz.
Bis zu 9000 Euro im Monat – am Finanzamt vorbei
Das Geschäft lief prächtig. Zwischen 7000 und 9000 Euro soll der Mann in den Sommermonaten eingenommen haben, schätzt die Gendarmerie. Pro Monat, wohlgemerkt.
Nur tauchte davon offenbar nichts dort auf, wo es hingehört hätte. Eine Gewerbeanmeldung fehlte ebenso wie die Meldung beim Finanzamt.
Dazu kommen Verstöße gegen das Baurecht. In Frankreich dürfen Privatleute nur eine Handvoll Stellplätze vermieten – 50 Autos am Tag sprengen diesen Rahmen um ein Vielfaches.
Die Gendarmerie beendet das Sommergeschäft
Am Freitag, dem 26. Juni 2026, machte die Brigade aus Saint-Jean-de-Monts den Fall öffentlich. Über Jahre soll der Betrieb gelaufen sein, bis Kontrollen und Hinweise die Ermittler stutzig machten.
Für den Rentner endet die Sache vor dem Richter. Im Februar 2027 muss er sich vor dem Strafgericht im nahen Les Sables-d’Olonne verantworten.
600.000 Besucher und ein Dauerstreit ums Parken
Der Einzelfall ist Teil eines größeren Problems. Fromentine platzt im Sommer aus allen Nähten: Rund 600.000 Menschen passieren den Hafen jedes Jahr auf dem Weg zur Ile d’Yeu.
Dem Gemeinderat von La Barre-de-Monts reicht es. Anfang Juni stimmte er für eine Forderung, künftig pro Bootsticket einen Beitrag zu erheben.
Damit will die Gemeinde gegen den Verkehr, die Dauerparker und die wilden Stellplätze vorgehen.
Und in Deutschland?
Wer hierzulande mit der Idee des Rentners liebäugelt, sollte vorsichtig sein. Wer dauerhaft private Parkplätze gegen Geld vermietet und damit Gewinn machen will, betreibt in der Regel ein Gewerbe – und muss es anmelden.
Passiert das nicht oder zu spät, ist es eine Ordnungswidrigkeit. Bis zu 1000 Euro Bußgeld können fällig werden, so die Industrie- und Handelskammer Hannover.
Und danach meldet das Gewerbeamt die Sache ans Finanzamt. Spätestens dann wäre auch in Deutschland Schluss mit dem sommerlichen Zusatzverdienst.
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