Wer online mit seiner Sparkassen-Karte bezahlt, bestätigt den Kauf meist mit einem Fingertipp aufs Handy. Bei vielen Kunden läuft das noch über die App S-ID-Check. Ihre Tage sind gezählt.
Die Sparkassen schalten die App ab. Wer bis dahin nicht umgestellt hat, scheitert beim nächsten Online-Einkauf an der Freigabe, obwohl die Karte selbst völlig in Ordnung ist.
Wann S-ID-Check abgeschaltet wird
Seit Mitte Januar 2026 lassen sich keine neuen Karten mehr in S-ID-Check anmelden. Wer die App schon nutzt, kann damit vorerst weiter Zahlungen freigeben.
Beim Enddatum kursieren zwei Termine. Viele Sparkassen und Verbraucherportale nennen das Jahresende 2026. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hat im Sommer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa dagegen Ende Januar 2027 genannt. Ab dann lasse sich die App nicht mehr nutzen.
Unser Rat: Stellen Sie vor Weihnachten um. Wer erst im Januar merkt, dass die Freigabe hakt, wartet womöglich noch tagelang auf Post von der Sparkasse.
Warum die Sparkasse die App einstellt
Bislang brauchten viele Kunden zwei Apps: S-pushTAN für Überweisungen und S-ID-Check für Kartenzahlungen im Netz. Künftig erledigt S-pushTAN beides.
Der Verband verspricht sich davon weniger Aufwand beim Einrichten und beim Bezahlen.
Welche Sparkassen-Karten betroffen sind
Betroffen ist jede Sparkassen-Karte, mit der Sie im Internet bezahlen. Das gilt für die Sparkassen-Card (Debitkarte) ebenso wie für die Kreditkarte und die Kreditkarte Basis.
Hintergrund ist die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2. Sie schreibt für Online-Kartenzahlungen eine Bestätigung mit zwei Faktoren vor, etwa Handy plus Fingerabdruck oder PIN. Das Verfahren dahinter heißt 3-D Secure, bei Visa „Visa Secure“, bei Mastercard „Identity Check“.
So klappt der Umstieg auf S-pushTAN
Leicht haben es Kunden, die S-pushTAN schon fürs Online-Banking nutzen. Sie ergänzen die Kartenfreigabe direkt in der App oder im Online-Banking und bestätigen per pushTAN.
Alle anderen gehen so vor:
- App laden: S-pushTAN aus dem App Store oder von Google Play installieren.
- Karte registrieren: Über die 3-D-Secure-Seite der Sparkassen zur eigenen Sparkasse wechseln und die Karte anmelden. Online-Banking braucht man dafür nicht.
- Freischaltbrief abwarten: Wer ohne pushTAN startet, bekommt die Zugangsdaten per Post. Genau hier geht die Zeit verloren.
- Brief scannen: Den Code aus dem Brief mit der S-pushTAN-App einlesen.
Bei Kreditkarten muss jeder Karteninhaber seine Karte selbst registrieren. Eine Anmeldung für den ganzen Haushalt gibt es nicht.
Die Berliner Sparkasse hat für ihre Visa-Karten eine eigene Schritt-für-Schritt-Anleitung online gestellt. Bei Fragen helfen auch die Berater in der Filiale.
Schon umgestellt? So prüfen Sie es
Viele Kunden nutzen 3-D Secure längst, ohne es zu wissen. Laut teltarif meldet das Portal bei einem erneuten Registrierungsversuch dann sinngemäß, dass es nichts mehr anzumelden gibt.
In diesem Fall können Sie S-ID-Check einfach vom Handy löschen.
Betrug mit der Umstellung: Diese Nachrichten sollten Sie löschen
Betrüger nutzen die Umstellung aus. Sie verschicken E-Mails und SMS, die angeblich zur „Aktualisierung“ von S-ID-Check auffordern und auf gefälschte Seiten führen.
Klicken Sie nie auf Links in solchen Nachrichten. Tippen Sie die Adresse Ihrer Sparkasse selbst in den Browser oder öffnen Sie die offizielle App. Die Berliner Sparkasse warnt ausdrücklich, Daten auch nicht an angebliche Sparkassen-Mitarbeiter herauszugeben.
Was passiert, wenn Sie nichts tun
Bis zur Abschaltung funktioniert S-ID-Check wie gewohnt. Danach scheitert jede Online-Zahlung mit der Karte an der Freigabe.
Geld abheben und im Laden bezahlen bleibt davon unberührt. Betroffen ist nur der Einkauf im Internet.
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