Politik

ADAC-Chef fordert höhere Spritpreise: Viele Mitglieder kündigen Austritt an

Eine Aussage von Gerhard Hillebrand sorgt für Wirbel. Er bezeichnete höhere Spritpreise als sinnvoll. Der Automobilclub ordnet die Aussage nach der Kritik erneut ein.

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Der Chef des ADAC, Gerhard Hillebrand, hat mit einer Aussage für Aufsehen gesorgt. Im Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) kritisierte Hillebrand die Lockerung des von der EU geplanten Verbrenner-Aus.

Um E-Autos beliebter zu machen, riet der ADAC-Chef der Bundesregierung zu einem Strategiewechsel. Der Ladestrom müsse billiger werden, statt auf Kaufanreize für Elektroautos zu setzen. Diesel und Benzin hingegen will der ADAC verteuern. Der geplante CO₂-Preis sei „das richtige Instrument“. Nur wenn der Ladestrom günstiger als der Sprit werde, komme die E-Mobilität in Gang.

ADAC: „Nicht pauschal und losgelöst“ für höhere Spritpreise

Der CO₂-Preis betrug 2025 pro Tonne CO₂ 55 Euro, im kommenden Jahr ist er jedoch nicht mehr fix taxiert, sondern wird im Rahmen des Emissionszertifikatshandels ermittelt, wobei die Preisspanne zwischen 55 und 65 Euro begrenzt ist.

Zu den Einwänden, dass E-Autos besonders teuer seien und dafür aber nicht die benötigte Leistung brächten, sagte Hillebrand: „Die heutigen E-Autos sind mit den ersten Akku-Wagen schon nicht mehr zu vergleichen. Das typisch deutsche Thema der Reichweitenangst hat sich eigentlich erledigt. Außerdem werden Batteriezellen günstiger und die Hersteller kommen zunehmend mit kleineren Modellen in den Markt“.

Die Forderungen von Hillebrand sorgen für Wirbel. In den sozialen Medien veröffentlichen mehrere Menschen die Kündigung ihrer Mitgliedschaft in dem Automobilclub. „Ich habe gestern endgültig (nach 40 Jahren!) meine Mitgliedschaft im ADAC außerordentlich gekündigt“, so ein Nutzer. Ein weiterer kommentierte: „Hab auch gekündigt. Nach 16 Jahren. So eine Dummheit unterstütze ich nicht mehr“.

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Gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte Hillebrand einige Tage nach dem Interview mit der NOZ: „Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise“. Weiter hieß es seitens des Automobilclubs: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO₂‑Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat“. Die Aussage, dass der CO₂-Preis grundsätzlich ein mögliches Instrument sein könne, um die Reduktion klimaschädlicher Emissionen zu unterstützen, sei in Teilen der Berichterstattung verkürzt wiedergegeben worden. Dabei sei der Eindruck entstanden, der ADAC befürworte pauschale Kraftstoffverteuerungen. „Dies entspricht nicht der Position des Clubs.“

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