Wo sonst Staatsgäste, Filmstars und Diplomaten ein und aus gehen, standen am Samstagmorgen Hunderte Menschen im Schlafanzug. Manche hatten sich nur schnell einen Bademantel übergeworfen.
Das Berliner Luxushotel Adlon am Pariser Platz musste gegen 8.30 Uhr geräumt werden. Grund war ein „technischer Störfall“, wie zuerst der Tagesspiegel berichtete.
Hotel Adlon geräumt: Durchsage schickt Gäste auf die Straße
Die Hotelleitung machte per Durchsage kurzen Prozess. Gäste und Personal wurden aufgefordert, das Gebäude sofort zu verlassen.
„Bitte schließen Sie Fenster und Türen und bewahren Sie Ruhe“, hieß es. „Verlassen Sie das Gebäude über die Fluchtwege und begeben Sie sich auf die Ihnen bekannten Sammelplätze.“
Luxushotel am Brandenburger Tor: Schlafanzug statt Fünf-Sterne-Glanz
Für ein Fünf-Sterne-Haus dieser Kategorie ist das ein ungewohntes Bild. Wer am Vorabend noch 800 Euro und mehr für eine Nacht gezahlt hatte, fand sich plötzlich barfuß oder in Hotelslippern auf dem Kopfsteinpflaster wieder.
Direkt gegenüber: das Brandenburger Tor, bereits umlagert von den ersten Touristen des Tages. Die dürften mit einem unerwarteten Motiv nach Hause gefahren sein.
Evakuierung im Adlon: Nach 30 Minuten kommt die Entwarnung
Lange dauerte der Ausnahmezustand allerdings nicht. Schon gegen 9 Uhr gab es Entwarnung, Gäste und Personal durften zurück ins Hotel.
Was genau die Räumung ausgelöst hat, war zunächst nicht bekannt. Ob defekte Technik, ein Fehlalarm oder etwas anderes dahintersteckt, blieb am Samstag offen.
Adlon am Pariser Platz: Skandale ist das Hotel gewohnt
Das Adlon ist einiges gewohnt. Seit der Wiedereröffnung 1997 gab es hier Klima-Proteste, prominente Skandale und Staatsempfänge. Ein kollektiver Auftritt der Gästeschar im Frotteemantel gehört aber eher zu den selteneren Kapiteln.
Für die Betroffenen endete der Schreck glimpflich. Zurück blieb vor allem eine Anekdote fürs nächste Dinner – und die Erkenntnis, dass auch im Adlon die Fluchtwege für alle gleich sind.
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