Gesundheit

Ärztedichte in Deutschland: Große Versorgungslücke in Thüringen

Thüringen bleibt bei der Ärztedichte auf einem der letzten Plätze – trotz leichtem Zuwachs. Warum mehr Mediziner nicht automatisch bessere Versorgung bedeuten.

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Thüringen liegt bei der Ärztedichte bundesweit weiterhin im hinteren Feld.

Thüringen liegt bei der Ärztedichte bundesweit weiterhin im hinteren Feld.

© Bernd Weißbrod/dpa

Thüringen belegt bei der Versorgung mit niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten weiterhin den fünftletzten Platz unter allen Bundesländern. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor. Ende vergangenen Jahres kamen im Freistaat knapp 214 Ärzte und Psychotherapeuten auf 100.000 Einwohner – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als die Quote noch bei rund 206 lag. An der schwachen Position im Ländervergleich ändert das jedoch nichts.

Das Durchschnittsalter der Thüringer Mediziner liegt laut der Auswertung bei 52,9 Jahren. Der Frauenanteil in der Ärzteschaft ist mit 58 Prozent zwar höher als in den meisten anderen Bundesländern, reicht aber nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen.

Einen positiven Befund liefert die Hausarztversorgung: In Thüringen kommen im Schnitt 68,1 Hausärzte auf 100.000 Einwohner. Besonders die Stadt Weimar sticht hervor – mit 89,5 Hausärzten pro 100.000 Einwohner belegt sie bundesweit den fünftbesten Platz.

Teilzeittrend verschärft das Problem

Bundesweit ist die Zahl der Praxisärzte zwar gestiegen: Ende vergangenen Jahres waren 191.875 Ärztinnen, Ärzte und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung tätig – 2324 mehr als im Vorjahr. Doch dieser Zuwachs täuscht über ein strukturelles Problem hinweg: Der Anteil der Mediziner, die nur in Teilzeit arbeiten, ist auf 40 Prozent gestiegen. Die tatsächlich verfügbare Behandlungszeit wächst also deutlich langsamer als die Kopfzahl.

KBV-Chef Andreas Gassen warnt vor den Folgen dieser Entwicklung. „Die zur Verfügung stehende Arzt-Zeit bleibt begrenzt", sagte Gassen. Viele junge Mediziner bevorzugten eine Anstellung gegenüber der eigenen Praxis und entschieden sich häufiger für reduzierte Arbeitszeiten. „Diese Entwicklung muss ernst genommen werden", so der KBV-Vorsitzende. Ohne die niedergelassenen Praxen laufe in der ambulanten Versorgung „so gut wie nichts".

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