Der Vorsitzende der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm, hat auf dem Bundeskongress in Magdeburg die Ausweisung von Millionen Zugewanderten aus Deutschland gefordert. Der Verfassungsschutz beobachtet die Organisation als mutmaßliche Nachfolgerin der aufgelösten Jungen Alternative.
„Millionen sind gegen unseren Willen, gegen Recht und Gesetz, gegen jede Vernunft in dieses Land gekommen“, sagte Hohm am Samstag vor den Delegierten. „Millionen müssen dieses Land wieder verlassen.“ Zur Begründung sagte er: „Deutschland muss das Land der Deutschen bleiben, dieser Grundsatz ist nicht verhandelbar.“ Hier dürfe es „kein Resignieren, kein Akzeptieren, kein Arrangieren“ geben. Die AfD sei „Ausdruck des Lebenswillens unseres Volkes“.
Reichardt attackiert Staat und Sprache mit derben Worten
Der sachsen-anhaltische AfD-Landeschef Martin Reichardt griff den Staat mit einer Reihe von Schmähungen an. Vater Staat sei heute „ein nach Dope stinkender, fauler Asi, der sein Geld für Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen“, rief er in den Saal des Alten Theaters, in dem sich rund 300 Delegierte versammelt hatten. Die „dümmsten, faulsten und verkommensten Kinder“, die sich bei der Antifa engagierten, würden mit Geld ausgestattet, während die „anständigen, fleißigen und ehrlichen Kinder“ geprügelt und in den Keller gesperrt würden.
Auch die deutsche Muttersprache stand im Zentrum von Reichardts Rede. Sie sei heute „ein aufgedunsenes, intersektional-feministisches Flittchen“, sagte das AfD-Bundesvorstandsmitglied. „Ihre grünen Haare sind stets zersaust und der rote Lippenstift ist verschmiert, weil Vater Staat sie dreimal täglich durchgendert.“ Man werde „der verlotterten deutschen Linken das Sorgerecht für Deutschland entziehen“.
Aust ruft zu europaweiter Remigration auf
Der AfD-Europaabgeordnete René Aust erweiterte die Forderung auf die gesamte EU. Nötig sei nicht nur „Remigration, sondern europaweite Remigration“, sagte er. Europa müsse zu einer „Festung Europa“ ausgebaut werden. „Niemand soll unseren Kontinent betreten, von dem wir nicht wollen, dass er unseren Kontinent betritt.“
Der Begriff „Remigration“ steht für die massenhafte Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund – auch gegen deren Willen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wertet Remigration nach eigenen Angaben als Konzept, das „auf die Schaffung ethnisch definierter Gesellschaften und damit die Ausweisung aller ‚Volksfremden‘ abstellt“.
Aust hob zudem das äußere Erscheinungsbild der Delegierten hervor. „So viele wunderschöne, gut gekleidete Menschen“ seien zu sehen, sagte er. Bei diesem Anblick wisse er, „wie unser schönes Deutschland in der Zukunft aussehen soll: Deutschland soll ästhetisch sein, es soll schön sein“. Die „schönsten Menschen“ finde man „nicht im linken politischen Spektrum“. Die Partei hatte den Delegierten zuvor „festliche beziehungsweise Business-Kleidung“ empfohlen, um der Veranstaltung einen „feierlichen Charakter“ zu geben. Die meisten hielten sich daran: Anzüge und Krawatten bei den Männern, Kostüme bei den Frauen.
Kongress eine Woche vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Die Generation Deutschland kam am Samstagvormittag eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu ihrem zweiten Bundeskongress zusammen. Die Organisation war im November vergangenen Jahres als Nachfolgerin der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) gegründet worden. Die JA war aufgelöst worden, nachdem sie das BfV als gesichert rechtsextremistisch eingestuft hatte.
Den Übeln an die Wurzel: Erst die Überwindung des Kapitalismus rettet die Welt
Auch die neue Nachwuchsorganisation steht im Fokus der Sicherheitsbehörden. Das BfV geht nach eigenen Angaben von einer „programmatischen und personellen Kontinuität“ zwischen der aufgelösten JA und der Generation Deutschland aus. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]