Die Berliner AfD wirbt im Wahlkampf mit einem Plakat, auf dem ihre Spitzenkandidatin Kristin Brinker gemeinsam mit den früheren Regierenden Bürgermeistern Ernst Reuter, Richard von Weizsäcker und Willy Brandt abgebildet ist. Das Motiv löste scharfe Kritik aus.
Brinker verteidigte das Plakat gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die drei früheren Bürgermeister seien „in gewisser Weise Vorbilder, weil sie - jeder in seiner Zeit jeder auf seine Art - für diese Stadt gebrannt haben und für diese Stadt sich massiv starkgemacht haben“, sagte sie. Genau das habe in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gefehlt.
SPD-Spitzenkandidat sieht „Mahnung“
Der SPD-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September, Steffen Krach, wies das Motiv zurück. „Ich halte es da ganz mit Willy Brandt: Es ist gut für Deutschland, wenn der erklärte Rechtsextremismus nicht in den Parlamenten vertreten ist“, sagte er. In dem Plakat sehe er „vor allem eine Mahnung an uns alle, an den kommenden Wahltagen rauszugehen und unsere Stimme für die Demokratie und gegen ihre Feinde von der AfD abzugeben“.
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Auch Matthias Brandt, Sohn des früheren Regierenden Bürgermeisters und Bundeskanzlers Willy Brandt, äußerte sich ablehnend. Er verwies auf eine Passage in seinem Buch „Nein Sagen“, in der er auf ein AfD-Plakat zur Landtagswahl in Brandenburg 2019 mit dem Zitat seines Vaters „Mehr Demokratie wagen“ eingeht. „Mein Vater stand für alles, wogegen diese Partei steht“, heißt es dort. „Ausgerechnet von der AfD instrumentalisiert zu werden, ist das Letzte, was er verdient hat.“
Brinker räumt Zweifel ein
Brinker sagte, sie habe mit dem Motiv selbst gehadert. „Ich muss gestehen, ich habe damit persönlich auch gehadert, weil jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht anmaßend bin.“ Die Kollegen hätten das Plakat aber als passend zum Slogan „Berlin stark machen“ empfunden. Wie viele Plakate insgesamt in Berlin hängen, konnte sie nicht sagen. Das entschieden die Bezirksverbände. „Ich weiß inzwischen von drei Bezirken, die das nutzen.“
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