Unwetter

Bis zu 250 Liter Regen möglich: Heute trifft die dritte Flut in vier Wochen Griechenlands Ferieninseln

Unwetter in Griechenland: Alarmstufe Rot für Skiathos, Euböa, Volos und Rhodos. Bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter – was Urlauber jetzt wissen.

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Dunkle Wolken über Oia auf Santorini. Auch für die Kykladen hat der griechische Zivilschutz für heute die höchste Alarmstufe Red Code ausgerufen. (Symbolbild)

Dunkle Wolken über Oia auf Santorini. Auch für die Kykladen hat der griechische Zivilschutz für heute die höchste Alarmstufe Red Code ausgerufen. (Symbolbild)

© imago

Griechenland erlebt die dritte schwere Unwetterwelle innerhalb von vier Wochen, ihr Zentrum liegt heute zwischen der Hafenstadt Volos und der Ferieninsel Skiathos. Der griechische Wetterdienst EMY hat für Thessalien, Euböa, die Sporaden und den Dodekanes die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Der Zivilschutz hält alle Einsatzkräfte bis Donnerstag in voller Bereitschaft.

Heute um 13 Uhr: Höhepunkt über Volos und Skiathos

Den Höhepunkt erwartet der Zivilschutz gegen 14 Uhr Ortszeit, also 13 Uhr deutscher Zeit, wie die Zeitung Proto Thema berichtet. Am stärksten trifft es Magnesia mit Volos und die Nördlichen Sporaden. In Thessalien gilt die rote Warnung bis in die späte Nacht.

Den sogenannten Red Code hat der Zivilschutz außer für Magnesia und Larisa auch für Euböa, Phthiotis, Böotien und die Sporaden ausgerufen. Am Dienstagabend kamen die Kykladen hinzu. Attika und die Ostägäis stehen auf Orange.

Ausgerechnet heute feiert Griechenland den Ochi-Tag, seinen wichtigsten Nationalfeiertag. In Magnesia, auf den Sporaden, in Lamia und auf dem gesamten Dodekanes wurden die Schülerparaden abgesagt.

Über die große Militärparade in Volos wollten die Behörden kurzfristig je nach Wetterlage entscheiden. In Chalkida auf Euböa sollte nur eine einzige Kompanie der Infanterieschule marschieren.

Wer dort Urlaub macht, findet die aktuellen Warnstufen bei der EMY und im europäischen Portal Meteoalarm. Die Behörden warnen eindringlich davor, überflutete Straßen oder Bachläufe zu queren, auch mit dem Auto.

Bis Donnerstag: Im Tal Starkregen, am Berg Schnee

Die EMY erwartet die heftigsten Gewitter bis in die Nacht zu Donnerstag. Gleichzeitig stürzen die Temperaturen ab. Auf dem Festland werden heute höchstens 18 Grad erreicht, in Thessaloniki sinkt das Thermometer auf 9 Grad.

In den Bergen hat der Winter schon begonnen. Im Skigebiet Pertouli bei Trikala ist der erste Schnee gefallen, ebenso im Bergdorf Chania am Pelion, das nichts mit der gleichnamigen Hafenstadt auf Kreta zu tun hat. Oberhalb von 1200 Metern soll es weiter schneien.

250 oder 50 Liter? Die Wettermodelle liegen weit auseinander

Wie viel Regen über Thessalien niedergeht, können selbst Fachleute nicht sicher sagen. Der Meteorologe Theodoros Kolydas verwies laut Greek City Times auf eine enorme Spanne. Das Modell ICON-EU des Deutschen Wetterdienstes berechnet bis zu 250 Liter pro Quadratmeter, das europäische ECMWF rund 100, das amerikanische GFS keine 50.

Deutsche Wetterportale rechnen mit mehr als 200 Litern in kurzer Zeit. Das wäre ein Viertel dessen, was in Deutschland im Schnitt in einem ganzen Jahr vom Himmel fällt – an einem einzigen Tag.

Ursache ist ein Kaltlufttropfen, der sich vom Höhentief abgeschnürt hat. Die kalte Höhenluft trifft auf das noch spätsommerlich warme Mittelmeer. Bleiben die Gewitter über demselben Tal hängen, steigt das Wasser binnen Minuten.

Dritte Flut im Oktober: Warum Volos so nervös ist

Anfang Oktober traf es Kreta. In Anogia bei Rethymno fielen laut wetter.com 361 Liter binnen 24 Stunden, ein Mensch kam ums Leben. Acht Nationalpark-Mitarbeiter saßen tagelang in der Samaria-Schlucht fest.

Auf der Lassithi-Hochebene standen Felder unter Wasser und Schlamm. Nach örtlichen Angaben könnten dort rund 3000 Tonnen Kartoffeln und Gemüse vernichtet worden sein.

Am 14. Oktober folgte Rhodos mit 202 Litern in sechs Stunden. Ein 62-jähriger Mann wurde tot aufgefunden, er soll von den Wassermassen mitgerissen worden sein. Auf Skiathos spülte die Flut zwei geparkte Autos weg, wie die Berliner Zeitung berichtete.

In Thessalien sitzt das Trauma von „Daniel“ tief. Das Sturmtief setzte im September 2023 rund 20.000 Hektar Ackerland unter Wasser, nach Angaben der Nachrichtenagentur AMNA starben 17 Menschen. In Volos riss der zum Kanal verengte Sturzbach Krafsidonas damals Autos und Busse mit.

Diesmal fällt der Regen nicht auf trockenen Sommerboden. Er fällt auf Erde, die seit vier Wochen kaum noch Wasser aufnimmt.

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Ist die Unwetterserie in Griechenland damit vorbei?

Eine Entwarnung gibt es noch nicht. Nach der Nacht zu Donnerstag soll der Regen nach und nach nachlassen, für das Wochenende legen sich die Prognosen noch nicht fest. Der Red Code des Zivilschutzes gilt bis Donnerstag, 29. Oktober, in sechs Regionalbezirken.

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