Beim Absturz eines vom US Army Corps of Engineers gecharterten Flugzeugs in Alaska sind alle acht Menschen an Bord ums Leben gekommen. Die Maschine war auf dem Weg zu einer abgelegenen Radarstation, die den Luftraum über Alaska und entlang der amerikanischen Grenzen überwacht.
Bei den Toten handelt es sich um zwei Piloten und sechs Passagiere. Mindestens zwei der Passagiere arbeiteten für das US Army Corps of Engineers, die Bau- und Ingenieurbehörde des US-Heeres. Die Namen der Opfer wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Cessna stürzt kurz vor Cape Newenham ab
Die zweimotorige Cessna 441 war am Donnerstag vom internationalen Flughafen in Anchorage gestartet. Ihr Ziel war der private Militärflugplatz am Cape Newenham Long Range Radar Site, rund 725 Kilometer westlich von Anchorage.
Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde FAA stürzte die Maschine gegen 12.15 Uhr Ortszeit westlich des Flugplatzes auf Land ab. Einsatzkräfte der 212. Rettungsstaffel erreichten die Unglücksstelle und stellten fest, dass niemand überlebt hatte, berichtete Alaska Public Media.
Betrieben wurde das Flugzeug von Security Aviation, einem Charterunternehmen aus Anchorage. Die US-Senatorin Lisa Murkowski erklärte, sie sei selbst häufig mit Maschinen des Unternehmens durch Alaska gereist und kenne viele der erfahrenen Piloten.
Generalleutnant Robert Davis, Kommandeur des Alaskan Command und der Alaska-Region des nordamerikanischen Luftverteidigungskommandos Norad, sprach von einem schweren Verlust. Die Menschen an Bord seien „engagierte Fachleute“ gewesen, die in einem schwierigen Umfeld eine wichtige Mission erfüllt hätten, zitierte ihn die Nachrichtenagentur AP.
Warum die Radarstation für Norad wichtig ist
Das Ziel der Maschine ist nur über den See- oder Luftweg erreichbar. Die Radarstation Cape Newenham gehört zu einem Netz weitgehend abgelegener Anlagen, mit denen die US-Streitkräfte Flugzeuge über Alaska und an den Grenzen des Bundesstaates erfassen.
Betreut wird die Station vom Pacific Air Forces Regional Support Center. Die dort gewonnenen Daten fließen in die Luftraumüberwachung der Alaska-Region von Norad ein. Das gemeinsame amerikanisch-kanadische Kommando überwacht die nördlichen Zugänge zu Nordamerika.
Die Geschichte des Standorts reicht bis an den Beginn des Kalten Krieges zurück. Die Bauarbeiten begannen 1950, als die USA ein Frühwarnnetz gegen mögliche sowjetische Angriffe errichteten. Die Station nahm 1954 ihren Betrieb auf und wurde später auf einen weitgehend automatisierten Betrieb umgestellt. Heute sind solche abgelegenen Anlagen Teil eines mehrschichtigen Systems aus Satelliten, Bodenradaren, fliegenden Radaren und Kampfjets.
Russische Militärflugzeuge vor Alaska
Die Bedeutung dieses Netzes zeigt sich regelmäßig bei Flügen russischer Militärmaschinen nahe Alaska. Erst im März 2026 registrierte Norad zwei russische Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tu-142 in der Luftverteidigungszone vor Alaska. Die USA und Kanada schickten unter anderem F-22-, F-35- und CF-18-Kampfjets zur Identifizierung.
Die russischen Maschinen blieben nach Angaben von Norad im internationalen Luftraum. Das Kommando bezeichnete solche Flüge als regelmäßig auftretend und nicht als unmittelbare Bedrohung.
Alaska liegt aus Sicht des Pentagons an der Schnittstelle zwischen dem Indopazifik und Europa. In seiner Arktisstrategie verweist das US-Verteidigungsministerium auf die wachsende militärische Zusammenarbeit Russlands und Chinas in der Region. Radare und Sensoren in Alaska seien deshalb für die Verteidigung des amerikanischen Festlands entscheidend.
Ermittler untersuchen möglichen Einfluss des Wetters
Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NTSB schickt Ermittler aus Seattle und Anchorage zur Absturzstelle. Wegen der Abgeschiedenheit und des Wetters könnte ihre Anreise mehrere Tage dauern. Auch die FAA beteiligt sich an der Untersuchung.
Zum Zeitpunkt des Absturzes soll in der Region Nebel geherrscht haben. Ob das Wetter eine Rolle spielte, ist jedoch nicht geklärt. Angaben zur konkreten Aufgabe der Passagiere an der Radarstation machte das US-Militär bislang ebenfalls nicht.
Es gebe derzeit keine Hinweise auf Sabotage oder eine andere äußere Einwirkung.
Bericht: US-Marine erwägt Umbenennung eines Flugzeugträgers – nach Trump?
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