Die US-Marine erwägt offenbar, einen noch im Bau befindlichen Flugzeugträger der Ford-Klasse umzubenennen. Das berichtet der Sender CNN unter Berufung auf drei mit den internen Diskussionen vertraute Quellen. Die Marine hatte während Donald Trumps erster Amtszeit erklärt, dass das Schiff den Namen USS Doris Miller tragen solle.
Welchen Namen das Schiff nun bekommen soll, konnte CNN nicht klären. Zwei der Quellen sprachen jedoch von internen Überlegungen, den Träger nach Trump zu benennen.
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„CVN-81“ statt „USS Doris Miller“
Die Bemühungen um eine Umbenennung laufen laut CNN seit Anfang des Jahres. Der amtierende Marinestaatssekretär Hung Cao und sein Büro befassen sich zudem mit einer Aktualisierung von Richtlinien, die festlegen, nach wem Schiffe benannt werden dürfen, erklärten zwei der Quellen.
Intern nenne die Marine den Träger nach Angaben einer Quelle inzwischen fast ausschließlich bei seiner Rumpfnummer CVN-81. Auch ein Erlass des Weißen Hauses zum Schiffbau verwendete demnach nur diese Bezeichnung.
Zeitdruck entsteht durch die für Ende des Jahres erwartete Kiellegungszeremonie. Das Schiff soll allerdings voraussichtlich erst im Jahr 2034 ausgeliefert werden. Auf Anfrage des Senders verwies die Marine an das Verteidigungsministerium; ein Sprecher des Ministeriums erklärte, man habe nichts bekanntzugeben.
Wer war Doris Miller?
Der 1939 in die Marine eingetretene Doris Miller aus Texas war ein schwarzer Matrose, der beim japanischen Angriff auf Pearl Harbor zunächst seinem verwundeten Kommandanten half und anschließend ohne entsprechende Ausbildung ein Flugabwehrgeschütz übernahm, berichtete CNN unter Berufung auf Angaben des National Museum of the Pacific War. 1942 erhielt er das Navy Cross; ein Jahr später starb er, als sein Schiff torpediert wurde.
Mit dem Namen sollte laut CNN erstmals ein Mannschaftsangehöriger der Marine und ein Afroamerikaner geehrt werden. Nach Angaben einer Quelle plane die Marine, ein anderes Kriegsschiff nach ihm zu benennen. Zudem schlage sie ihn für die Medal of Honor vor, die höchste Tapferkeitsauszeichnung des US-Militärs. Für die endgültige Genehmigung sind die Zustimmung des Kongresses und Trumps erforderlich.
Millers Großneffe Thomas Bledsoe sagte CNN, die Familie sei über beides nicht informiert worden. Seit Jahren kämpfe man um die Auszeichnung; die Empfehlung der Marine sei „sehr positiv“.
Weitere Umbenennungen
CNN ordnet den Vorgang in umfassendere Bemühungen des Pentagons unter Verteidigungsminister Pete Hegseth ein, Namen zu entfernen, die die Regierung mit Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionspolitik verbindet. Beispielsweise ließ Hegseth im Jahr 2025 die nach dem Bürgerrechtler Harvey Milk benannte USNS Harvey Milk umbenennen. Laut CNN ist es höchst ungewöhnlich, ein Schiff nach seiner Indienststellung umzubenennen.
Viele US-Flugzeugträger tragen Präsidentennamen, etwa die USS Ronald Reagan oder die USS Abraham Lincoln. Keiner dieser Träger wurde laut CNN erstmals in Dienst gestellt, als sein Namensgeber noch im Amt war. Weitere Schiffe seien beispielsweise nach hochrangigen Militärangehörigen oder Politikern benannt worden.
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