„Die Zeit der Cohibas ist vorbei“

Alice Schwarzer: „Von Merkels Stil könnten Frauen lernen“

Warum die Frauenrechtlerin in Merkels Kanzlerschaft „Feminismus pur“ sieht und sie den Spitznamen „Mutti“ für Merkel falsch findet.

Team News dpa/kmi
2 Min
Frauenrechtlerin Alice Schwarzer 

Frauenrechtlerin Alice Schwarzer 

© dpa/Oliver Berg

Schwarzer sagte weiter, gleichzeitig schlage das Pendel zurück: „Auf Instagram wird wieder die Frau belohnt, die hübsch dumm aus der knappen Wäsche guckt. Das ist alarmierend. So manche Enkelin der feministischen Pionierinnen fällt wieder in das ganz doofe Weibchenschema von vorgestern zurück.“

„Sie spielt weder das devote Weibchen in High Heels noch den Kerl“

Auf die Frage, ob sie in diesem Jahr die Frau (also die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock) wählen werde, sagte Schwarzer: „Ich habe noch nie eine Frau gewählt, nur weil sie eine Frau ist. Aber statt Schröder und Fischer hätte ich damals auch einem Kaninchen meine Stimme gegeben. Zum Glück stand eine intelligente Frau zur Wahl.“

Den Spitznamen „Mutti“ für Merkel findet Schwarzer falsch. „Wenn eine keine Mutti ist, dann sie.“ Sie sei „eine Mischung aus Mädchen und Kamerad“. Merkels Mix sei ein interessanter Weg, weil er jenseits der Klischees verlaufe. „Sie spielt weder das devote Weibchen in High Heels noch den Kerl. Das würde auch nichts nutzen, der echte Mann ist immer der bessere Mann. Irgendwann machen die Jungs wettpissen, und dann kommt frau zu kurz. Von Merkels Stil könnten Frauen also lernen.“

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