In Breitenbrunn im Erzgebirge ist am Dienstag eine Versuchsanlage in Betrieb gegangen, die Schwermetalle aus dem Wasser des St. Christoph Stollns holt. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit. Die Anlage soll Zink, Cadmium, Kupfer und Nickel aus dem Stollenwasser zurückhalten. Damit sinkt die Belastung im Rothenbächel und weiter unten im Schwarzwasser.
Das Verfahren kommt ohne Chemikalien aus. Das Wasser läuft durch eine Schicht aus Kalkstein, Holzhackschnitzeln, Kompost und Stroh, in der die Metalle hängen bleiben. Kleine Sumpfbeete mit Pflanzen nehmen anschließend überschüssige organische Stoffe auf und bringen Sauerstoff ins Wasser. Nach Angaben des Landesamts ist es die erste Anlage dieser Art in Deutschland, die direkt im Gelände arbeitet.
Der Hintergrund: In Sachsen verfehlen 13 Prozent der Flüsse und Bäche wegen Schwermetallen und Arsen den guten chemischen Zustand, den die EU-Wasserrahmenrichtlinie verlangt. Im Erzgebirge trifft es rund ein Drittel der untersuchten Gewässer. Die Belastungen stammen vielfach aus dem bis zu 850 Jahre alten Bergbau und werden über Freiberger und Zwickauer Mulde bis in die Elbe getragen.
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Das Landesamt will mit dem Versuch klären, ob solche naturnahen Anlagen auch bei Erzgebirgswetter übers Jahr zuverlässig reinigen und was sie im Vergleich zu anderen Verfahren kosten. Die Ergebnisse sollen in die Planung weiterer Sanierungen einfließen. Umgesetzt wird das Projekt von einem Freiberger Ingenieurbüro; ein Beirat mit der TU Bergakademie Freiberg, der Wismut, dem Oberbergamt und dem Erzgebirgskreis begleitet es. Die Gemeinde Breitenbrunn und das Besucherbergwerk St. Christoph unterstützen das Vorhaben.
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