Das US-Energieministerium hat fünf Unternehmen für fortgeschrittene Verhandlungen über die Nutzung von überschüssigem Plutonium aus Zeiten des Kalten Kriegs als Brennstoff für Kernreaktoren ausgewählt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Nach Angaben der New York Times handelt es sich um Plutonium aus abgebauten Atomsprengköpfen. Das US-Energieministerium hatte dem Bericht zufolge ursprünglich geplant, überschüssiges Plutonium aus Atomwaffenprogrammen zu verdünnen und zu vergraben.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Reuters unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle und den Entwurf eines Memorandums berichtet, dass die Trump-Regierung plane, US-Energieunternehmen Zugang zu etwa 20 Tonnen Plutonium aus abgebauten Atomsprengköpfen zu ermöglichen.
Oklo: Engpässe bei Brennstoffversorgung „zentrales Hemmnis“
Unter den ausgewählten Akteuren befindet sich auch das Kerntechnologie-Unternehmen Oklo, das den Brennstoff nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem europäischen Unternehmen newcleo entwickeln will. Newcleo solle Erfahrung im Brennstoffbereich und mögliches Projektkapital einbringen, hieß es in einer Oklo-Mitteilung.
„Engpässe bei der Brennstoffversorgung sind ein zentrales Hemmnis für die Entwicklung fortgeschrittener Reaktoren“, erklärte Oklo-Mitgründer und Vorstandschef Jacob DeWitte. Das Programm schaffe einen Weg, vorhandenes überschüssiges Material als Übergangsbrennstoff zu nutzen.
Reuters wies darauf hin, dass US-Energieminister Chris Wright vor seinem Eintritt in das Trump-Kabinett im Aufsichtsrat von Oklo saß. Neben Oklo wurden nach Angaben des Energieministeriums auch die Unternehmen Exodys Energy, SHINE Technologies, Standard Nuclear und Flibe Energy ausgewählt, wie CNN berichtete. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen, teilte ein Sprecher des Ministeriums laut dem Sender mit.
Kritik von demokratischen Politikern
Überschüssiges US-Plutonium wird laut Reuters in stark gesicherten Anlagen unter anderem in South Carolina, Texas und New Mexico gelagert. US-Präsident Donald Trump hatte dem Bericht zufolge im vergangenen Mai angeordnet, einen Großteil des Programms zur Verdünnung und Entsorgung von überschüssigem Plutonium einzustellen.
Mehrere demokratische Politiker, darunter der Senator Ed Markey, hatten laut CNN eine mögliche Weitergabe von waffenfähigem Plutonium in der Vergangenheit kritisiert. Diese würde „das Risiko der Weiterverbreitung von Atomwaffen erhöhen, auch an Schurkenstaaten oder Terroristen“, erklärten die Politiker demnach im vergangenen September in einem Schreiben. Markey warf Trump zudem in einem X-Beitrag vor, Material für 2000 Atombomben an die Privatindustrie übergeben zu wollen.
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