MITTE. Jugendliche werden sich schon ab Anfang kommenden Jahres nicht mehr zu Saufgelagen rings um den Fernsehturm treffen können. Nach mehrwöchiger Vorbereitung will das Bezirksamt Mitte noch vor Weihnachten eine Parkordnung erlassen, den entsprechenden Entwurf will Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) am kommenden Dienstag einbringen. Kernpunkt: Im Gebiet zwischen Karl-Liebknecht- und Rathausstraße sowie Spandauer- und Gontard- straße ist es künftig "untersagt, Alkohol zu verzehren", heißt es in der Vorlage.Das Alkoholverbot wird aber nicht nur am Fernsehturm eingeführt. Wie Gothe sagt, soll es auch im Marx-Engels-Forum zwischen Spandauer Straße und Spree gelten, damit die Jugendlichen vom Alex nicht einfach dorthin ausweichen. Untersagt ist der Alkoholgenuss künftig auch in der Grünanlage Blochplatz am Bahnhof Gesundbrunnen sowie im Ottopark an der Turmstraße. Dort treffen sich laut Gothe überwiegend Alkoholiker zum Trinken. "Es gibt auch an diesen Orten massive Probleme."Mit dem Alkoholverbot am Alexanderplatz reagiert der Bezirk auf eine Entwicklung der vergangenen Monate. Vor allem an Freitagabenden und an Wochenenden treffen sich rings um Fernsehturm und Neptunbrunnen Jugendliche, um sich gemeinsam zu betrinken. "Der Ort ist inzwischen Kult - nicht nur unter den Berliner Jugendlichen, sondern schon international", sagt Wirtschaftsstadtrat Joachim Zeller (CDU), der auch für das Ordnungsamt zuständig ist. Je nach Wetter treffen sich dort freitags zwischen 50 und 350 Jugendliche - insbesondere an der Treppenanlage des Fernsehturms und an den Wasserspielen davor. Mehrfach wurden Jugendliche schon bewusstlos aufgefunden, weil sie mehr getrunken hatten als sie vertragen. Am Morgen nach den Saufgelagen würden die Flächen aussehen, als ob jemand einen Glascontainer ausgeschüttet hätte.Das Bezirksamt will diesen Zustand Anwohnern und Touristen an diesem prominenten Ort nicht länger zumuten. Mit der neuen Parkordnung haben Polizei und Ordnungsamt die Möglichkeit, gegen das Trinken in der Öffentlichkeit vorzugehen. Wer gegen das Alkoholverbot verstößt, muss laut Zeller mit einem Verwarnungsgeld von voraussichtlich 10 bis 30 Euro rechnen. Flaschen können beschlagnahmt und Platzverweise ausgesprochen werden.------------------------------"Wir wollen den teilweise hemmungslosen Alkoholgenuss insbesondere von Jugendlichen eindämmen." Joachim Zeller, Wirtschaftsstadtrat
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