Er hatte den Hai schon wieder ins Meer gelassen. Doch der Kurzflossen-Mako drehte um, stieß den Kajakangler ins Wasser und biss ihm ein zweites Mal ins Bein.
Was Anfang Oktober vor Malibu in Kalifornien passierte, hat es dort offiziell seit Jahrzehnten nicht gegeben. Laut der kalifornischen Fischerei- und Wildtierbehörde ist seit mindestens 1950 kein Biss eines Makohais im Bundesstaat bestätigt.
Hai-Biss vor Paradise Cove: So begann es
Der Mann angelte am Sonntagmorgen, 4. Oktober, rund 800 Meter vor der Paradise Cove von seinem Kajak aus. Das teilte die Feuerwehr des Los Angeles County dem Sender ABC7 mit.
Ein Hai biss an. Der Angler zog ihn an Bord, um ihn vom Haken zu lösen, und bekam dabei den ersten Biss ins Bein.
Mako kehrt um und beißt erneut zu
Rettungsschwimmer Alex Buford schilderte dem Sender NBC4 Los Angeles den weiteren Ablauf. Der Angler habe den Hai losgelassen, das Tier sei aber zurückgekommen, habe ihn vom Kajak gestoßen und noch einmal zugebissen.
Ganz sicher ist der Stoß nicht. Ob der Mann gerammt wurde oder selbst ins Wasser fiel, lasse sich nicht sagen, erklärte Behördensprecher John Ugoretz dem Portal SFGate.
Ein Fischer auf einem größeren Boot zog den Verletzten aus dem Wasser und brachte ihn an Land. Nach der Erstversorgung durch Rettungsschwimmer kam er ins Krankenhaus. Wie schwer er verletzt ist, haben die Behörden bislang nicht mitgeteilt.
Zahnabdrücke unter und über dem Knie
Der Manager des Paradise Cove Beach Cafe sah den Mann, als er an Land gebracht wurde. Dem Sender KTLA sagte er, er habe Bissspuren am Unterschenkel und oberhalb des Knies gesehen.
Verrückte Dinge habe man an der Bucht schon viele erlebt, so der Manager. Einen Haiangriff wie diesen nicht.
Haiangriff oder Angelunfall?
Die Feuerwehr führte den Fall zunächst als Haiangriff. Später stufte sie ihn als Angelunfall ein, wie ABC7 berichtete.
Der Hai hat keinen Badegast überfallen, sondern sich gegen jemanden gewehrt, der ihn gerade an der Angelschnur aus dem Pazifik gezogen hatte. Deshalb blieb der Strand geöffnet.
Makohaie hielten sich meist in tieferem Wasser auf, für Schwimmer in Ufernähe sehe er keine besondere Gefahr, sagte Buford. Dabei sind die Tiere vor Malibu häufig unterwegs, wie Ugoretz bestätigt.
Wie gefährlich ist der Makohai?
Der Kurzflossen-Mako gilt als schnellster Hai der Welt. Laut dem Cabrillo Marine Aquarium in Los Angeles schwimmt er rund 50 Kilometer pro Stunde, im Sprint bis zu 74.
Weibchen werden bis zu vier Meter lang, Männchen höchstens drei, wie das UN-Übereinkommen zum Schutz wandernder Tierarten angibt. Typisch sind laut Buford 1,80 bis 2,10 Meter. Das Tier vor Malibu war nach Angaben des Lokalportals Malibu.FM ein kleines Exemplar.
Sportangler jagen den Mako, weil er am Haken hart kämpft und dabei aus dem Wasser springt. Genau dieser Moment ist der gefährliche: Attacken auf Boote gehen meist auf gehakte Tiere zurück, sagte eine kanadische Meerestierexpertin 2025 dem Sender Global News.
Mako ist stark gefährdet
Im Verhältnis Mensch gegen Mako steht es trotzdem klar zulasten des Hais. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Kurzflossen-Mako als stark gefährdet, vor allem wegen der Fischerei auf Fleisch und Flossen.
Wer im Herbst vor Südkalifornien angelt, hat übrigens bessere Chancen auf einen Hai als im Sommer. Im Oktober lockt das warme Küstenwasser Beutefische und junge Haie an. Der Angler aus Malibu dürfte darauf künftig gern verzichten.
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