Die jemenitische Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben zwei Öltanker im Roten Meer angegriffen, wie Bloomberg berichtet. Kurz vor der Huthi-Erklärung meldete die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) einen Vorfall rund 70 Seemeilen südwestlich der saudischen Hafenstadt Al Shuqaiq. Der Kapitän eines Tankers berichtete demnach, von einem unbekannten Geschoss getroffen worden zu sein; an Bord sei ein Feuer ausgebrochen, das die Besatzung bekämpfe.
Laut UKMTO gab es keine gemeldeten Verletzten und keine Umweltschäden. Schiffen wurde geraten, das Gebiet mit Vorsicht zu passieren. Nach Angaben von Reuters berichteten maritime Sicherheitsdienste, dass einer der von den Huthis genannten Tanker – die unter saudischer Flagge fahrende „Encelia“ – im Roten Meer getroffen worden sei. Saudi-Arabien äußerte sich laut Bloomberg zunächst nicht.
Achter Kriegsschauplatz für Trump? USA prüfen Angriffe in Mali
Ölpreise: Höchster Stand seit Wochen
Die Ölpreise sind laut Reuters am Donnerstag im asiatischen Handel gestiegen und erreichten den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen. Auslöser waren demnach die gemeldeten Angriffe der Huthi-Miliz auf Öltanker im Roten Meer sowie eine neue Angriffswelle der USA gegen den Iran. Brent-Rohöl verteuerte sich zeitweise um 2,3 Prozent auf 96,27 US-Dollar, US-Rohöl der Sorte WTI um 1,9 Prozent auf 88,48 US-Dollar.
Das Rote Meer ist vor dem Hintergrund der weitgehend blockierten Straße von Hormus insbesondere für Saudi-Arabien eine wichtige Alternative für Rohölexporte. Der Leiter für Energieforschung beim Finanzdienstleister MST Marquee, Saul Kavonic, erklärte laut Reuters, eine neue Bedrohung für die Durchfahrt durch das Rote Meer könne die Versorgung mit bis zu fünf Millionen Barrel Öl pro Tag beeinträchtigen.
Die Huthis hatten zuvor eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Nach ihren eigenen – von Reuters nicht überprüfbaren – Angaben zwangen sie rund zehn Schiffe zur Umkehr.
Revolutionsgarden: Straße von Hormus „komplett geschlossen“
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten derweil laut Reuters, ein Öltanker habe nach einer Explosion Feuer gefangen, während er einer Route südlich der Straße von Hormus folgte, die sie als vermint beschrieben; zwei weitere Tanker hätten umgedreht.
Die Meerenge sei unter ihrer Kontrolle und „komplett geschlossen“, hieß es. Kein Tanker werde ohne Abstimmung mit dem Iran ein- oder auslaufen dürfen. Ein Sprecher der Revolutionsgarden warnte Reuters zufolge auf X, die südliche Route der Straße von Hormus sei vermint.
Weitere US-Angriffe gegen den Iran
Das US-Militär teilte mit, die zwölfte Nacht in Folge Angriffe gegen den Iran durchgeführt zu haben – nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom gegen Raketen- und Drohnenlager, Küstenüberwachung und Luftabwehr.
US-Präsident Donald Trump drohte, für jeden iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus eine Brücke oder ein Kraftwerk zu zerstören. Auf die Wirtschaft angesprochen, sagte er bei einer Kundgebung in Georgia laut Bloomberg zu den Ölpreisen: „Es wird sinken, vielleicht sogar niedriger als zu Beginn – aber geben Sie mir einfach ein bisschen Zeit.“ Die hohen Treibstoffpreise belasten amerikanische Verbraucher laut Bloomberg im Vorfeld der Zwischenwahlen im November.
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr erklärte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums: „Es finden keine Verhandlungen statt – lediglich ein Austausch von Botschaften ist möglich.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]