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„Jetzt bin ich Privatmensch“: Wie sich Annalena Baerbock von ihrem Amt verabschiedet

Baerbocks Zeit als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet am Dienstag. Die frühere Außenministerin spricht über ihre Amtszeit.

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Die Amtszeit von Annalena Baerbock als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet am Dienstag.

Die Amtszeit von Annalena Baerbock als Präsidentin der UN-Generalversammlung endet am Dienstag.

© Kay Nietfeld/dpa

Kurz vor dem Ende ihres Amts als Präsidentin der UN-Generalversammlung am 8. September hat die frühere Außenministerin Annalena Baerbock Bilanz gezogen.

Wer solche Posten übernehme, dürfe keine Angst vor Gegenwind haben, sagt sie. Vor ihr liegt bereits ein neuer Job an einer US-Eliteuniversität.

Drohne und Gigolo-Gerücht: Welche Attacken Baerbock erlebte

Baerbock schildert im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur Vorwürfe, sie sei eine Prostituierte gewesen und habe auf einer Afrikareise eine Affäre mit einem Gigolo gehabt. Diesen 2024 aufgekommenen Gigolo-Vorwurf schrieb die Bundesregierung später Russland zu.

Im selben Jahr musste die Grünen-Politikerin den Besuch eines Wasserwerks in der Ukraine vorzeitig abbrechen – wegen einer russischen Aufklärungsdrohne.

Warum Baerbock das amt der Außenministerin als „beste Vorbereitung“ sieht

Schwierige Phasen kennt Baerbock. Ihre Zeit als Kanzlerkandidatin habe sich zeitweise angefühlt, „wie durch die Hölle zu gehen“. Damals sorgte sie mit Korrekturen an ihrem Lebenslauf und einem Buch mit Textähnlichkeiten zu anderen Werken für Negativschlagzeilen.

Als Außenministerin wurden einzelne sprachliche Patzer immer wieder aufgegriffen. Heute nennt sie dieses Amt die „beste Vorbereitung für das UN-Amt“.

„Ich glaube, ich verstehe ziemlich gut diese maskulinen Powergames“, sagt die 45-Jährige.

Druck aus USA und Russland an der UN-Spitze

US-Vertreter sollen ihr mit Konsequenzen gedroht haben, falls unerwünschte Themen auf die Tagesordnung kämen. Die USA und Russland versuchen wiederholt, mit Änderungsanträgen und Blockade-Drohungen Formulierungen etwa zu Frauenrechten und Klimaschutz abzuschwächen.

„Die Vereinten Nationen und das internationale Recht werden regelrecht angegriffen“, sagt Baerbock. Große Systeme wie die UN stürben nicht mit einem lauten Knall, sondern zerfielen leise in sich zusammen.

Streit um die Wahl des UN-Generalsekretärs

Zuletzt warfen die USA und Russland Baerbock öffentlich vor, sich bei der Auswahl des nächsten UN-Generalsekretärs in Kompetenzen des Sicherheitsrats eingemischt zu haben. Sie selbst erklärte, sich für ein „transparentes, inklusives, strukturiertes, rechtzeitiges und glaubwürdiges“ Verfahren einzusetzen.

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Besonders die USA wählten scharfe Worte und warfen ihr vor, sich als „diplomatischen Superstar“ zu sehen. Die US-Botschafterin Jennifer Locetta sprach laut einer Mitteilung der US-Mission von „unverantwortlichem Handeln“ und „Heuchelei“.

Ein transparenteres Verfahren würde die Glaubwürdigkeit der UN stärken, meint Daniel Forti von der Crisis Group. Keine der fünf Veto-Mächte habe aber ein Interesse, dieses Privileg aufzugeben.

Rückschlag in Baerbocks Amtszeit

Ein Rückschlag fiel ebenfalls in ihre Amtszeit: das Scheitern der deutschen Kandidatur für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. „Natürlich hat das geschmerzt“, sagt Baerbock. Rückblickend hätten alle Bundesregierungen – auch ihre eigene – die Bewerbung nicht stark genug begründet.

Annalena Baerbock wird Professorin an der Columbia University

Nach dem Ende ihres UN-Amts – Nachfolger wurde Khalilur Rahman aus Bangladesch – will sich Baerbock aus der Öffentlichkeit zurückziehen. „So, und jetzt bin ich ein Privatmensch“, sagt sie.

Künftig lehrt sie an der Columbia University in New York, zunächst für drei Jahre. Sie wird Professorin für Global Leadership und Co-Direktorin eines Masterprogramms für Führungskräfte – eine praxisorientierte Stelle, keine klassische Forschungsprofessur.

Der Wechsel stieß auf Kritik: Ihr fehle eine akademische Laufbahn, zudem gab es Plagiatsvorwürfe. Baerbock konterte in der Zeit: „Die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders.“ Eine Rückkehr in die deutsche Politik schließt sie vorerst aus: „Ich bin der Typ: ganz oder gar nicht.“

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