In Magdeburg in Sachsen-Anhalt hat am Montag der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt. Taleb A. wird unter anderem sechsfacher Mord und 338-facher versuchter Mord vorgeworfen. Sechs Menschen waren bei dem Angriff vor fast elf Monaten getötet worden. Der Angeklagte Taleb A. habe in der Absicht gehandelt, „eine unbestimmte große Zahl von Menschen zu töten“, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Böttcher zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Magdeburg.
Der 51-jährige Taleb A. soll am 20. Dezember vergangenen Jahres mit einem Mietwagen über den stark besuchten Weihnachtsmarkt in Magdeburg gefahren sein und zahlreiche Menschen erfasst haben. Ein neunjähriger Junge und fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren starben, mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt.
Prozess gegen Taleb A. unter massiven Sicherheitsvorkehrungen
Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt. Taleb A. kündigte am Montag an, sich „stundenlang, vielleicht tagelang“ äußern zu wollen. Vor Gericht hielt der Angeklagte einen Laptop mit der Botschaft „#Magdeburggate“ und „September 2026“ hoch. Letzteres ist offenbar ein Bezug zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, die dann stattfindet.
Taleb A. brach bereits bei seiner Aussage am Montag vor Gericht in Tränen aus, beschimpfte die Polizei und sprach von einer politischen Verschwörung. Der Richter drohte daraufhin, ihm das Mikrofon abzustellen.
Laut Anklage der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg handelte Taleb A. aus Frust im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten. A. habe das Auto „zielgerichtet gegen eine Vielzahl von Passanten gelenkt“, sagte Böttcher weiter. Er habe willkürlich Opfer gesucht, um Aufmerksamkeit für die „von ihm empfundene Ungerechtigkeit“ zu erzielen, sagte Böttcher.
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Die beiden Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg schilderten detailliert den Ablauf der Tat im Dezember und beschrieben, wie der Angeklagte mit seinem Wagen Menschen erfasste, mitschleifte, überfuhr. Sie schilderten jeden einzelnen Fall – die Verletzungen der Opfer, die Dauer der Krankenhausbehandlungen, wie Menschen ums Leben kamen. Der Angeklagte verfolgte den Vortrag von der in einer aus Sicherheitsglas gebauten Kabine untergebrachten Anklagebank
Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Wegen der Vielzahl an Prozessbeteiligten und Medienvertretern mietete das Landgericht eine Leichtbauhalle für die Verhandlung an. Zunächst wurden Termine bis März festgelegt.
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