Zum Ende des Jahres 2025 waren 8,3 Millionen Menschen zwischen 15 und 24 Jahre alt. Das entspricht 10,0 Prozent und damit einem historischen Tiefstand. Der Anteil junger Menschen in Deutschland verharrt bereits seit Anfang der 2020er Jahre auf diesem niedrigen Wert, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Für Arbeitsmarkt, Rente und ganze Regionen ist das eine Zahl mit Folgen.
Das verlorene Wir: Ist die gesellschaftliche Spaltung in unserem Land noch zu überwinden?
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1983 war noch jeder Sechste jung
Ein Blick vier Jahrzehnte zurück zeigt den Bruch. Am höchsten war der Anteil in der ersten Hälfte der 1980er Jahre, als die geburtenstarken Babyboomer im Jugendalter waren. 1983 gehörte auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik jede sechste Person zu den 15- bis 24-Jährigen – exakt 16,7 Prozent. Aus jedem Sechsten ist heute jeder Zehnte geworden.
Warum Zuwanderung die Bevölkerung jünger hält
Ohne Eingewanderte und ihre Kinder fiele der Anteil junger Menschen noch niedriger aus.
Bei Menschen ohne Einwanderungsgeschichte lag er 2025 bei nur 8,5 Prozent. Bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte dagegen bei 12,2 Prozent.
Als Menschen mit Einwanderungsgeschichte zählt das Statistische Bundesamt alle, die selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 zugewandert sind.
Besonders jung ist die nachfolgende Generation: Von den Nachkommen zweier eingewanderter Elternteile sind 20,4 Prozent zwischen 15 und 24 Jahre alt. Bei einer einseitigen Einwanderungsgeschichte, also einem zugewanderten Elternteil, sind es 20,0 Prozent. Unter den Eingewanderten selbst liegt der Anteil bei 9,5 Prozent.
Wo die meisten jungen Menschen leben
Die Verteilung im Land ist ungleich. Am jüngsten sind die Stadtstaaten: In Bremen zählen 11,1 Prozent zur Altersgruppe, in Hamburg 10,5 Prozent. Das Flächenland Baden-Württemberg kommt auf 10,4 Prozent – alle drei liegen über dem Bundesschnitt.
Am unteren Ende stehen ostdeutsche Länder: Brandenburg erreicht 8,8 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt jeweils 9,1 Prozent.
Warum der Osten besonders wenige junge Menschen hat
Nach der Vereinigung 1990 zogen vor allem junge Menschen in die westlichen Bundesländer. Zwischen 1991 und 2024 verlor der Osten im Saldo mehr als 740.000 Menschen unter 25 Jahren an den Westen, wie aus einer Analyse des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Besonders stark wanderten junge Frauen ab: 428.000 von ihnen waren beim Fortzug jünger als 25.
Das hat die Alterskurve gedreht. 1990 war der Osten jünger als der Westen, 2024 ist es umgekehrt: Der Anteil der unter 20-Jährigen lag zuletzt bei 17 Prozent im Osten gegenüber 19 Prozent im Westen.
Anteil junger Menschen in Deutschland im EU-Vergleich
Auch europaweit steht Deutschland im unteren Mittelfeld. Zu Jahresbeginn 2025 lagen die 15- bis 24-Jährigen hierzulande bei 10,0 Prozent und damit leicht unter dem EU-Durchschnitt von 10,7 Prozent, so die EU-Statistikbehörde Eurostat.
Am jüngsten ist Irland mit 12,7 Prozent, gefolgt von Dänemark und den Niederlanden mit je 12,2 Prozent. Die niedrigsten Werte meldeten Malta mit 9,4 Prozent und Bulgarien mit 9,5 Prozent.
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