Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, wäre die AfD weiterhin deutlich die stärkste Kraft. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa zufolge kann die Partei ihren Abstand zur CDU des Ministerpräsidenten Sven Schulze weiter vergrößern.
Der aktuellen Befragung zufolge kommt die AfD auf 42 Prozent, die CDU etwa auf 22 Prozent. Die AfD liegt damit fast doppelt so hoch wie die Regierungspartei. Die Landtagswahl findet am sechsten September statt.
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Umfrage in Sachsen-Anhalt: CDU nur bei 22 Prozent
Die AfD kann sich um Vergleich zur Umfrage von Ende Juli leicht um einen Prozentpunkt verbessern. Die CDU hingegen verliert leicht, Ende Juli lag sie noch bei 24 Prozent.
Auf Platz drei folgt die Linke , unverändert mit 13 Prozent. Die SPD verschlechtert sich und fällt mit sechs Prozent auf Platz vier. Zwischenzeitlich hatte die Partei noch um den Wiedereinzug bangen müssen.
Die Grünen verschlechtern sich leicht und fallen auf vier Prozent. So würden sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und den Einzug in den Landtag verpassen.
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BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze: „Wir werden selbstverständlich auch mit der AfD reden“
Das BSW hingegen kann sich leicht verbessern. Der aktuellen Umfrage zufolge kommt die Partei auf fünf Prozent. Die FDP würde mit vier Prozent den Einzug in den Landtag verpassen.
Der BSW-Spitzenkandidat Thomas Schulze sieht seine Partei als entscheidenden Faktor in der Frage, wer in Sachsen-Anhalt künftig das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt: „Nur wenn das BSW in den Landtag einzieht, kann die nächste Amtszeit des CDU-Ministerpräsidenten verhindert werden. Die AfD allein wird es nicht schaffen“, so der BSW-Politiker. BSW-Kandidat Schulze plädiert für ein Modell der wechselnden Mehrheiten und einen „überparteilichen Ministerpräsidenten“ im Landtag, „um die Polarisierung im Land abzubauen“. Ein Vorschlag, den AfD-Spitzenkandidat Siegmund klar ablehnt: „Davon halte ich gar nichts, weil wir doch eine stabile Regierung in diesem Land brauchen“, sagte Siegmund der dpa.
Vergleich zur Landtagswahl: CDU bricht um ein Drittel ein
Der Absturz wird im Rückblick sichtbar. 2021 holte die CDU noch 37,1 Prozent, die AfD kam auf 20,8 Prozent. Seitdem hat die AfD ihren Stimmenanteil verdoppelt. Die CDU dagegen hat mehr als ein Drittel ihrer Wähler verloren.
Wer soll regieren? AfD und CDU fast gleichauf
Bei der Frage nach der Regierungsführung liegen beide Parteien eng beieinander: 44 Prozent wünschen sich einer anderen Befragung zufolge die AfD an der Spitze, 43 Prozent die CDU.
Für ein gemeinsames Bündnis gibt es aber keine Mehrheit. 60 Prozent lehnen eine Koalition aus CDU und AfD ab, nur 33 Prozent sind dafür.
Auch Schwarz-Rot-Grün-Rechnungen helfen nur bedingt: Ein Bündnis aus CDU und Linke lehnen 61 Prozent ab. Schulze hat eine Zusammenarbeit mit AfD und Linke mehrfach ausgeschlossen.
Unzufriedenheit mit der Landesregierung wächst
Der Rückhalt für die Regierung schwindet. Nur noch 29 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden. 66 Prozent zeigen sich weniger oder gar nicht zufrieden.
Zuletzt lösten gemeinsame Wahlkampfauftritte des Ministerpräsidenten mit Dieter Hallervorden eine Debatte in der CDU aus.
Der Schauspieler trat für die CDU auf – und sang gegen Kanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius. In einem Lied hieß es: „Wenn ihr glaubt, dass Krieg sich lohnt, kämpft doch dort, wo keiner wohnt. Kämpft gefälligst auf dem Mond!“
Pistorius bezeichnete Hallervorden als „Kriegsminister“.
Auf der Leinwand liefen dazu drastische Bilder: erst der Reichstag, dann ein SA-Aufmarsch, danach kurze Szenen von Pistorius und Merz mit Bundeswehrsoldaten. Zeitweise war das Foto einer Demonstration mit dem Schriftzug „Stoppt den Völkermord in Gaza“ zu sehen. Schulze und die neue CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann distanzierten sich davon.
Am Dienstag meldete sich Schulze in einem Video auf der Plattform X zu Wort. Er räumte ein, dass auf seiner Bühne Dinge gesagt und gesungen worden seien, „die ich für falsch halte“. Einzelnes hält er sogar für „grundfalsch“.
Hallervorden wiederum lobte Schulzes „Rückgrat“ und stichelte in Dessau gegen Hoppermann: „Selbst wenn ich Pantomime machen würde, würde sie noch ein unzulässiges Wort entdecken“.
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