ANTI-ATOM-BEWEGUNG - Drei Wochen vor der Bundestagswahl demonstrieren Kernkraftgegner in Berlin. Nach 30 Jahren ist der Ausstieg greifbar, ein Regierungswechsel könnte ihn verhindern.

Unterschiede im Detail

AFP
2 Min

Für die Union ist Atomkraft ein vorerst unverzichtbarer Teil im Energiemix. Eine Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke wird angestrebt, neue AKW soll es aber nicht geben. Zusatzgewinne der Betreiber aus der Laufzeitverlängerung sollen in die Forschung fließen, für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und zur Senkung der Strompreise genutzt werden. Fossile Energien wie Gas und Kohle sollen weiter genutzt werden, aber umweltfreundlicher werden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung soll bis 2020 auf 30 Prozent steigen.Die SPD hält an dem Ziel fest, den Atomausstieg bis 2021 abzuschließen. An den Sanierungskosten der maroden Atommülllager Asse und Morsleben von rund sechs Milliarden Euro soll sich zudem die Atomindustrie beteiligen. Den möglichen Endlagerstandort Gorleben hält Umweltminister Sigmar Gabriel inzwischen für ungeeignet. Bis 2020 soll die Stromversorgung zu 35 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen, bis 2030 zu 50 Prozent. Allerdings soll es auch neue Kohlekraftwerke geben. Durch eine Effizienzoffensive sollen bis 2020 elf Prozent des derzeitigen Stromverbrauchs eingespart werden.Die FDP lehnt den Atomausstieg ab und will die Laufzeiten der bestehenden Atomkraftwerke verlängern. Im Gegenzug sollen die AKW-Betreiber einen Teil der finanziellen Vorteile an eine neue "Deutsche Stiftung Energieforschung" abführen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch soll bis 2020 auf 20 Prozent steigen. Auch fossile Energien sollen weiter genutzt werden. Die FDP bekennt sich zu den EU-Klimazielen und fordert einen Ausbau des internationalen Emissionshandels.Bündnis 90/Die Grünen bekennen sich klar zum Atomausstieg und lehnen längere AKW-Laufzeiten sowie den Bau eines Endlagers in Gorleben zumindest ohne einen vorherigen Standortvergleich ab. Bis 2020 sollen mindestens 40 Prozent des Stroms und ein Drittel der Wärmeenergie erneuerbar erzeugt werden. Neue Kohlekraftwerke werden abgelehnt. Durch umfassende Investitionen in den Umweltschutz und andere Zukunftsbereiche wollen die Grünen eine Million neue Jobs schaffen.Die Linke fordert die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen sowie die Abkehr von fossilen Energien wie Öl und Kohle. Erneuerbare Energien sollen konsequent gefördert werden. Treibhausgasemissionen sollen bis 2020 um 50 Prozent und bis 2050 um mindestens 90 Prozent sinken. Im Strombereich soll der Anteil erneuerbarer Energien 2020 mindestens die Hälfte, bei Wärme ein Viertel betragen. Für Elektrogeräte sollen hohe Effizienzstandards vorgeschrieben werden. (AFP)

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