Am besten sollte es einen Zaun geben, zwei Meter hoch, nachts müsste abgesperrt und regelmäßig durch Polizei und Wachdienst kontrolliert werden. Das sind nur einige der Forderungen, die Anwohner vom Helmholtzplatz stellen. In den Häusern um die grüne Oase zwischen Lychener und Dunckerstraße ist der Frust groß. "Hundegebell Tag und Nacht, die Brüllerei von Betrunkenen, Polizeieinsätze und Männer, die an Bauzäune, Büsche und Bäumen pinkeln und für die der Reiz darin zu bestehen scheint, elementare Regeln des Zusammenlebens zu ignorieren", so schildern Anwohner ihren Ärger. Einige der Mieter, die in die restaurierten Wohnungen mit teilweise hohen Mieten gezogen waren, seien schon wieder weg. In den etwa 20 Trinkern, die sich täglich auf dem Platz treffen, sehen sie das größte Problem. "Ihr aggressiver Lärm dauert bis weit nach Mitternacht", sagt Stefan Zyrus aus der Raumerstraße, die am Helmholtzplatz entlangführt. Die Trinker pöbelten herum, auch ihre frei laufenden Hunde seien eine Belästigung. Dabei gilt Hundeverbot auf dem gesamten Gelände.Das Problem existiert seit Jahren, aber erst jetzt reagiert die Politik: Mit dem Vorschlag, den Helmholtzplatz einzuzäunen, könnte er sich anfreunden, sagt Umweltstadtrat Matthias Köhne (SPD). Allerdings will er keine zwei Meter hohe Barriere, sondern nur eine bis zu 80 Zentimetern. "Es geht auch nicht darum, den Platz nachts abzuschließen, sondern die Probleme auf dem Platz zu lösen", sagt er. Ein Zaun wäre da die letzte Maßnahme. Doch vielleicht ließe sich nur so ein generelles Hundeverbot auf dem Platz durchsetzen, meint Köhne. Zurzeit lässt er in seinem Amt prüfen, ob und wie sich der Vorschlag umsetzen lässt. Finanziert werden könnte der Bau des Zauns aus Mitteln des Quartiersmanagements. Eine Entscheidung soll noch vor der Sommerpause fallen. Gleichzeitig prüft das Bezirksamt Pankow, ob Arbeitslose als Ordnungs- und Wachdienst eingesetzt werden können. "Wir brauchen jemanden, der die Sozialarbeiter auf dem Platz unterstützt und den Alkoholikertourismus beendet", sagt Sozialstadtrat Johannes Lehmann (SPD).Kiez-Initiativen und Quartiersmanager bezweifeln indes, ob eine Umzäunung des Platzes die Konflikte beendet. "Damit allein lassen sich die Probleme nicht lösen", sagt Heinz Lochner vom Quartiersmanagement. Vielmehr müsste die Finanzierung der ABM-Stellen von Mitarbeitern der Sozialprojekte Lazarus und Platzhaus vor Ort langfristig gesichert werden. Nicht aussperren will der Quartiersmanager die Trinker, sondern sie integrieren. Aber das gehe nur, wenn sie sich auch "an gültige Regeln" halten. Als "reine Kopfgeburt, die man neu diskutieren müsse", bezeichnet dagegen Max E. Neumann vom Förderverein Helmholtzplatz die Debatte um den Zaun. Damit würden die Probleme vom Platz auf die angrenzenden Straße verlagert. Diese Bedenken teilt auch Polizeikommissar Thomas Przybylka vom Abschnitt 76. Mit Kontrollen in Uniform und Zivil gehen er und seine Kollegen täglich gegen Drogendealer auf dem als "gefährlicher Ort" eingestuften Helmholtzplatz vor. Sie werden auch häufig von Anwohnern wegen Sachbeschädigungen und Ruhestörung gerufen. Mit scharfen Worten kritisiert die Betroffenenvertretung Helmholtzplatz den geplanten Zaunbau. "Damit werden Randgruppen verdrängt, deren Interessen bisher nicht berücksichtigt worden sind", sagt Jörg Wappler. Die Betroffenenvertretung ruft für den 2. Juli um 19 Uhr zu einer Kiezversammlung auf dem Helmholtzplatz auf.Foto: BERLINER ZEITUNG/BENJAMIN PRITZKULEIT Die Idylle trügt: Auf dem Helmholtzplatz, dem einzigen grünen Ort zwischen Danziger Straße, Schönhauser und Prenzlauer Allee, rückt täglich Polizei an.
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