Geopolitik

Apec-Gipfel: Chinas Präsident warnt vor neuen Gefahren für die Weltwirtschaft

Xi Jinping hat sich zum Auftakt des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft besorgt gezeigt. Er sieht die Welt „in eine neue Periode der Turbulenzen“ eintreten.

AFP/lex
3 Min
Lima: Xi Jinping bei seiner Ankunft in Peru

Lima: Xi Jinping bei seiner Ankunft in Peru

© Zuma Press Wire/imago

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat zum Auftakt des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) vor einer neuen Ära des „Protektionismus“ gewarnt. Die Welt sei „in eine neue Periode der Turbulenzen und des Wandels eingetreten“, erklärte Xi nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua anlässlich des Treffens in der peruanischen Hauptstadt Lima. Er äußerte sich demnach besorgt über den „sich ausbreitenden Unilateralismus und Protektionismus und warnte davor, dass die Fragmentierung der Weltwirtschaft zunimmt“.

Der künftige US-Präsident Donald Trump sieht im wachsenden weltpolitischen Gewicht Chinas eine Gefahr. Durch die Besetzung von Schlüsselposten im Außen- und Verteidigungsbereich hat er bereits signalisiert, in seiner zweiten Amtszeit auf Konfrontationskurs mit Peking zu gehen. Im Wahlkampf kündigte er zudem Zölle in Höhe von 60 Prozent auf Produkte aus China an und verstärkte damit die Furcht vor einem neuen Handelskrieg mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Jinping hatte in einer Nachricht an Trump nach dessen Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl zu „stabilen, gesunden und nachhaltigen“ Beziehungen zwischen Peking und Washington aufgerufen. Wie das chinesische Staatsfernsehen CCTV berichtete, wies Xi in einer „Glückwunschbotschaft“ an Trump darauf hin, dass „die Geschichte gezeigt hat, dass China und die Vereinigten Staaten von Zusammenarbeit profitieren und unter Konfrontation leiden.“

Apec-Treffen: Putin wird durch den durch Vizeregierungschef vertreten

Die Gastgeberin des Apec-Gipfels, Perus Präsidentin Dina Boluarte, rief zur Eröffnung des Treffens zu einer verstärkten wirtschaftlichen Zusammenarbeit auf. Die Welt sei in naher Zukunft mit einem erhöhten „Maß an Unsicherheit“ konfrontiert. Nötig sei daher „mehr Zusammenarbeit und Verständnis und weniger Fragmentierung“.

In der Apec-Gruppe arbeiten 21 Staaten rund um den Pazifik zusammen. Dazu gehören neben den USA auch China, Russland, Japan und Südkorea. Sie wollen durch den Abbau von Handelsbarrieren das Wirtschaftswachstum stärken. Russland ist durch Vizeregierungschef Alexej Owertschuk vertreten. Viele Vertreter der russischen Führung sind wegen Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt. Ihre Reisen gelten deshalb als heikel. Kremlchef Wladimir Putin war den Apec-Treffen bereits in den vergangenen Jahren ferngeblieben.

In den Apec-Staaten leben etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung. Der Block erwirtschaftet zusammen rund 60 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts. Im Rahmen des Treffens finden mehrere bilaterale Gespräche statt.

Xi Jinping und Joe Biden treffen sich zum Gespräch

Im Gegensatz zu Xi nahmen der scheidende US-Präsident Joe Biden und sein Außenminister Antony Blinken am Freitag an der Eröffnung des Gipfeltreffens teil. Für Samstag ist ein Gespräch unter vier Augen zwischen Biden und Xi geplant. Die beiden Staatschefs hatten sich zuletzt bei einem Gipfeltreffen im November 2023 in Kalifornien getroffen. Dabei vereinbarten sie unter anderem, die militärische Kommunikation zwischen den Streitkräften ihrer Länder wieder aufzunehmen.

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Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, hatte im Vorfeld des Treffens zwischen Xi und Biden gesagt, dieses biete die Gelegenheit, „die Fortschritte“ in den Beziehungen zwischen den beiden weltweit größten Wirtschaftsmächten zu würdigen. Es stehe nun eine „heikle Übergangsphase“ bevor. „Wir müssen diesen Wettbewerb steuern, damit er nicht in einen Konflikt ausartet“, fügte er hinzu.

Bereits am Freitag traf sich Biden in Lima mit dem japanischen Regierungschef Shigeru Ishiba und dem südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol. Japan und Südkorea sind wichtige Verbündete der USA.

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